Bauen im Park II: Mauerpark

Der Mauerpark im Prenzlauer Berg, gleich an der Bezirksgrenze zum Wedding, ist mal wieder völlig überlaufen. Immerhin regnet es diesen Sommer ja öfters, so dass noch etwas von der Grasnarbe übrig ist. Da hat der Park ja schon deutlich schlimmere (trockene) Sommer erlebt.

Und zwar nicht nur, weil die Rasenflächen im Gegensatz zu jenen im repräsentativen Tiergarten nicht gegossen werden. Sondern auch, da der Park einfach viel zu klein ist für die vielen Menschen, die ihn nutzen.

Praktisch also, dass der Park nicht so klein bleiben soll. Eigentlich ist er für eine weit größere Fläche geplant gewesen, nämlich 14 statt der jetzigen acht Hektar. Nur lässt die Umsetzung auf der Seite des Weddings seit vielen Jahren auf sich warten.

Das Hauptproblem dabei: Das frühere Bahngelände auf der Weddinger Seite gehört der Bahn-eigenen Immobilienfirma Vivico, und die will es nur zu Preisen von Baugrundstücken herausrücken. Weder Bezirk noch Senat sind bereit, Geld für den Park auszugeben, und so will die Vivico handeln: Auf einem ordentlichen Teil der Fläche soll teuer-teuer-Wohnungsbau genehmigt werden, dafür bekomme die Stadt dann den Rest für den Park. Seitdem begnügen sich Senat und Bezirk damit, auf Plänen Klötzchen hin und her zu schieben, wo denn die schicken Wohnen-am-Park-Häuser hinkommen könnten, statt das öffentliche Bedürfnis nach einem größeren Park einfach durchzusetzen. (Hier ein aktueller Entwurf als pdf, mehr auch hier.)

Die AnwohnerInnen vom Bürgerverein Gleimviertel und den Freunden des Mauerparks e.V. sehen das aber ganz anders – schließlich ist die Fläche schon seit vielen Jahre als Grünfläche geplant: Die Vivico soll sich als Staatsunternehmen mal nicht so anstellen, und notfalls muss es die Stadt Berlin eben darauf ankommen lassen: Schließlich gibt es ja noch das legale Mittel der Enteignung, wenn GrundbesitzerInnen sich dem Verkauf zugunsten einer öffentlichen Nutzung versperren.

Aber Enteignung, das ist wohl nicht so schick, nachher wird die Wirtschaft dann noch böse, und verscherzen mag es sich der Senat gerade sowieso mit niemand, der/die über Geld verfügt. Dann lieber die Interessen von AnwohnerInnen beschneiden.

Genug Gründe also, gegen die Privatisierung von Parkland-in-spe vorzugehen, sich gemeinsam zu organisieren und Aktionen zu überlegen, die den Senat unter Druck setzen. Nachdem es vor zwei, drei Jahren schon einmal die Aktion „Landnahme“ gab, um die brachliegenden Teile des zukünftigen Parks einfach selbst zu bepflanzen, folgt nun die Kampagne „Mauerpark fertigstellen“.

Nächstes Treffen: Sonntag, 28. Juni um 19:30 Uhr im Kieztreff Gleimviertel, Kopenhagener Straße 50