„Die Krise findet Stadt“ – Koordinationstreffen am 14. Juli

Einladung zum Koordinierungstreffen „Die Krise findet Stadt“ für den bundesweiten Aktionstag am 17. September

Das Berliner Bündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“ bereitet am 17. September im Rahmen einer bundesweiten Koordinierung einen Aktionstag vor, dessen zentrales Anliegen die Verknüpfung der verschiedenen Krisen – Klima, Wirtschaft, Arbeit und Sozialstaat, kommunale Verarmung, Stadtumstrukturierung, Bildung, globale Gerechtigkeit und Ernährungssicherheit – ist. Die Krise hat viele Gesichter und Bereiche und diese müssen zusammengedacht werden. Dazu bedarf es einer Protestkultur, die diese Verbindung deutlich macht, sie in Aktionen übersetzt. Der 17.9. soll ein Tag werden, an dem es zu verschiedenen Themen, die alle unmittelbar mit der Krise und deren Auswirkungen zusammenhängen, Aktionen geben soll.

Die inhaltliche und örtliche Vielschichtigkeit der Proteste, die sich als Krisenproteste miteinander kurzschließen, wird dabei das öffentliche Interesse sichern und dazu beitragen, die auf Banken- und Konzernrettungspakte verengte Betrachtungsweise zu verbreitern.

„Die Krise findet Stadt“

Ein Themenblock wird die AG „Die Krise findet Stadt“ sein, um auf die verschiedenen Auswirkungen der Berliner Politik auf unsere Lebensrealitäten aufmerksam zumachen.

Vom Potsdamer Platz über den Hauptbahnhof, Universal und O2 World, Media-Spree und die Stadt-Autobahn – mit finanzieller Unterstützung des Senats werden Großprojekte realisiert die sich in der Mehrzahl gegen den ausdrücklichen Willen der BewohnerInnen richten. Durch die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge wird mit betonköpfiger Starrheit an unsozialen und unökologischen städte- und straßenbaulichen Konzepten festgehalten. Das bedeutet konkret, dass große Teile des öffentlichen Raumes privatisiert, die Naherholung entdemokratisiert, Stadtkonzept auf ein zahlungskräftiges Klientel zugeschnitten und linke Projekte, die Sub- und Clubkultur und alternative Freiräume verdrängt werden. Die Systematik dieser einseitigen Stadtpolitik von oben ist verantwortlich für massive Mietsteigerungen und die zunehmende Verdrängung einkommensschwacher Haushalte aus den innerstädtischen Bezirken. Durch die Krise haben sich die Tendenzen dieser Entwicklung verschärft und sie werden es weiter tun. Der ohnehin schon marode Berliner Senat hat deutlich werden lassen, dass die Krisenfolgen auf die Bevölkerung abgewälzt werden.

Die Stadt gehört uns allen! – Right to the city -

Vor der Bundestagswahl werden die verschiedenen Deutungen der Krise und die Vorschläge zu ihrer Bekämpfung im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. In dieser Situation ist es wichtig, den vorherrschenden Krisenbewältigungsstrategien eine klare Absage zu erteilen.

Gleichzeitig können wir in dieser Zeit der erhöhten Wahrnehmbarkeit unsere Positionen und Gegenkonzepte sichtbar werden lassen. Denn die Krise kann auch eine Chance sein, notwendige Abwehrkämpfe mit der Perspektive auf gesellschaftliche Veränderungen zu verbinden. Grundlage dafür wäre die Bündelung der verschiedenen Spektren und Ansätze zu einer für viele Menschen erkennbaren Opposition gegen diese Krisenbearbeitung.

Deshalb möchten wir Euch alle zum Koordinierungstreffen am Dienstag, den 14.07.2009 um 19 Uhr ins Bethanien (Mariannenplatz 2) einladen.

Wir möchten gemeinsam überlegen, wie wir diesen Tag zu einem weit sichtbaren Erlebnis mit großem Symbolcharakter werden lassen können.

Bis jetzt haben wir bereits ein paar spannende Ideen, wie das Thema „Stadt“ zum 17.9. ausgestaltet und umgesetzt werden kann. Wir sind zudem aber sehr daran interessiert, mit welchen Vorschlägen und Ideen Ihr Euch einbringen wollt und was für Euch an diesem Tag vorstellbar ist.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

/AG „Die Krise findet Stadt“ im Rahmen des Bündnisses „Wir zahlen
nicht für eure Krise“/

/Infos unter info@kapitalismuskrise.org/