Anwohner_innen-Info in Alt-Treptow

Informationsstand vor der Kaufhalle am Schmollerplatz

Am Samstag, 8.8., waren wir von 9.00 – 13.00 Uhr mit einem Informationsstand und einer Stellwand zum Thema „Stei­gende Mieten in der Innenstadt“ vor der Kaufhalle am Schmollerplatz.

Die meisten der samstäglichen Ein­käu­fer_innen zeigten sich sehr am Thema interessiert und nahmen auch gerne Informationsmaterial mit. Viele nutzten auch die Gelegenheit, um über ihre eigene Wohnsituation zu sprechen.

So erzählten einige von Mietsteigerungen am oberen Rand der rechtlich möglichen Mieterhöhung (z.B. 20%) nachdem der Eigentümer des Hauses gewechselt hat oder der neue Mietspiegel raus kam. Es scheint, dass einige Häuser im Kiez in letzter Zeit verkauft wurden, d.h. Alt-Treptow verspricht z.Zt. Gewinne auf dem Immobilienmarkt.

Viele Mieter_innen stellen auch fest, dass nach der Sanierung ihres Hauses etliche, langjährige Mithausbewoh­ner_innen ausziehen, da sie die sanie­rungsbedingte Mieterhöhung nicht zah­len können oder weil die Woh­nun­gen zu Eigentumswohnungen wurden.

Auch klagen viele Anwohner_innen, dass es zunehmend schwerer wird, in Alt-Treptow noch eine bezahlbare Wohnung zu finden. Zudem seien die Auskünfte, die bei der Wohnungssuche vom Vermieter gefordert werden, überzogen und gingen sehr ins Private.

Einzig die Mieter_innen der genossenschaftlichen Wohnungen in Alt-Treptow scheinen ganz zufrieden mit ihrer Wohn- und Mietsituation zu sein. Hier scheint die Mietentwicklung sozial verträglich und noch bezahlbar zu sein.

Insgesamt bewerten wir die Aktion als Erfolg und werden sie auch noch mal wiederholen.

Aus dem Text des Flugblatts (pdf), das wir zu diesem Anlass an die Anwohner verteilten:

der Kunger Kiez hat nach dem Prenzlauer Berg die höchste Umwandlungsquote in ganz Berlin. Die Folge dieser Entwicklung ist, dass das Angebot an preisgünstigen Wohnungen für die einkommensschwache Bevölkerungsschicht (Minijobber, kleine Selbstständige, Hartz IV Empfänger, Rentner mit niedriger Rente etc) weit hinter der Nachfrage zurück bleibt

Unter den unteren Lohngruppen wächst die Angst im Mietwettbewerb nicht mehr mithalten zu können und zwangsweise umziehen zu müssen. Wer seine Arbeit verliert, läuft Gefahr, seinen angestammten Kiez verlassen zu müssen, die vom Jobcenter gezahlten Mieten halten mit der Mietpreiserhöhung nicht Schritt.

Nicht die Gewinnerwartung des Vermieters hat im Mittelpunkt zu stehen, sondern die Absicherung der unteren und mittleren Einkommensschichten auf dem Wohnungsmarkt.
Dazu sind eine stärkere Regulierung des Wohnungsmarktes und öffentlicher Wohnungsbau zwingend notwendig.