FelS in der Brandung der Baugruppen-Kritik

Nicht vorenthalten wollten wir euch das Antwortschreiben (pdf) der Gruppe „Für eine linke Strömung“ (FelS), von der ein paar Leute an einem umstrittenen Baugruppen-Projekt in Alt-Treptow beteiligt sind. Die Kiez-Initiative „Karla Pappel gegen Mieterhöhungen und Vertreibung in Alt-Treptow“ hatte unter anderem mit zwei Baugruppen-Projekten im Kiez befasst. Aktivist_innen aus der Initiative in Zusammenarbeit mit anderen Gentrifizierungs-kritischen Leuten hatten schließlich FelS einen öffentlichen Brief zukommen lassen, in dem sie die linksradikale Organisation aufforderte, zum Verhalten ihrer am KarLoh-Bauvorhaben beteiligten Mitglieder Stellung zu nehmen.

FelS nimmt nun seine Mitglieder in Schutz und möchte ihnen in die private Entscheidung zur Mitwirkung an einem kollektiv organisierten Eigentumwohnungs-Bauvorhaben nicht reinreden. Schließlich würde das Bauvorhaben auch niemandem bestehende Mietwohnungen wegnehmen. Auffällig ist das große Schweigen zum Thema, ob ein dermaßen auffälliges Bauvorhaben an solch exponierter Stelle (Karl-Kunger Ecke Lohmühlenstraße, sozusagen am Kreuzberger Einfallstor nach Alt-Treptow) nicht symbolisch eine starke Aufwertungskraft entwickeln und Eigentümer von Nachbarhäusern zu Mietsteigerungen animieren könnte. Auch die Baugruppe selbst hatte nie zu diesem Aspekt Stellung bezogen.

Das Antwortschreiben ist nicht mehr ganz neu, es wurde wohl vor bereits einem guten Monat verschickt, ging nur leider bei uns erst unter und wurde dann gleich noch einmal in einem Postfach verloren. Aber jetzt ist ja alles gut…


5 Antworten auf „FelS in der Brandung der Baugruppen-Kritik“


  1. 1 sabine 20. August 2009 um 9:08 Uhr

    Nur nochmal zur Erinnerung, der Brief an FelS wurde wie folgt unterzeichnet:
    AktivistInnen von diversen radikalen Projekten gegen Gentrifizierung, Mieterhöhung und Verdrängungen in den Kiezen in Zusammenarbeit mit der Kiezinitative „Karla Pappel gegen Mieterhöhung und Verdrängung Alt-Treptow“

  2. 2 trudelfisch 20. August 2009 um 12:13 Uhr

    Hallo Sabine & Mitlesende,
    das ist jetzt geändert im Text und auch in dem früheren Beitrag. Tschuldigung für die Ungenauigkeit.

  3. 3 DJ Tüddel 20. August 2009 um 14:41 Uhr

    Ich finde es ja vor allem traurig, dass sich eine angeblich linksradikale Gruppe auf eine Position zurückzieht, die letztendlich vor verinnerlichter neoliberaler Ideologie nur so strotzt. Kein Wort zur Problematisierung von sozial ausschließenden Eigentumsstrategien, der Wirkungsweise von Aufwertungs- und Verdrängungsprozessen – hier wird offenbar mittelstandsorientierte Klientelpolitik betrieben unter dem Vorwand, politisch aktiven Leute den Alltag zu erleichtern. Und das im Tonfall einer Jeder-ist-seines-Glückes-Schmied-Rhetorik, wie sie die FDP nicht besser hätte leisten können.

  4. 4 paperball 09. November 2009 um 12:34 Uhr

    ..ein weiteres flugblatt ging herum, das zwar anlässlich von Karloh, einer der baugruppen im kungerkiez, und der auseinandersetzung mit fels formuliert wurde, aber baugruppenkritik über den kungerkiez hinaus und über einzelne besonders in der kritik stehende baugruppenprojekte hinaus treibt…
    quelle: http://de.indymedia.org/2009/11/264756.shtml

  1. 1 In den letzten Tagen gelesen « Theorie als Praxis Pingback am 21. August 2009 um 9:46 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.