Der Bluhm ihre Furcht

Der Tagesspiegel schreibt gerade, was Carola Bluhm (Linkspartei) zur Umstrukturierung der Job-Center geäußert haben soll:

Senatorin fürchtet um Qualität der Jobcenter

Job-Center NeuköllnDie werte Senatorin packt da allerdings zwei Worte zusammen, die so nicht zusammen passen – und ganz bestimmt nicht zu dem, was das Job-Center für viele seiner bedürftigen BesucherInnen bedeutet. Gutmütige LeserInnen dürften meinen, in der Tagesspiegel-Redaktion seien die Worte durcheinander gepurzelt, es müsse geheißen haben: „Senatorin qualifiziert Furcht vor Job-Centern“.

Doch dass der Irrtum System haben muss, und zwar auf Seiten der Interviewten, zeigt die sozialpolitischen Kollegin Bluhms, Ramona Pop von den Grünen, die ebenfalls im Artikel zitiert wird:

„Statt ,Hilfe aus einer Hand‘ wird es mehr Bürokratie geben, für die arbeitslosen Menschen verdoppeln sich die Wege und die Papierflut“,

soll Pop gesagt haben. Aha. Fragt sich, ob die Frau Abgeordnete jemals ein Job-Center von innen gesehen haben sollte. Oder gar Post von einem sich zu Gemüte geführt. Wo kommen wir denn hin, wenn vom Job-Center plötzlich ‚Bürokratie‘ statt der gewohnten ‚Hilfe‘ zu erwarten ist? Wenn es nicht mehr Sinn und Zweck dieser Einrichtung sein soll, Wege kurz und den Papierverbrauch möglichst knapp zu halten?

Aber manchmal ist die Zeit den Ideen einfach voraus.


1 Antwort auf „Der Bluhm ihre Furcht“


  1. 1 trudelfisch 29. Januar 2010 um 19:12 Uhr

    Passend dazu:
    Samstag 11:00 Uhr im Mieterladen (Kreutzigerstr. 23, Friedrichshain):
    Offenes Treffen der Initiative „Keine/r muss allein zum Amt!“
    Arbeitsfrühstück für Solidarische Jobcenter-Begleiter/innen und solche, die es werden wollen. Als ALG-2-/Hartz-4-Betroffene begleiten wir uns gegenseitig bei unseren Gängen aufs Amt. Um diese Form der Selbsthilfe noch wirksamer zu machen, tauschen wir uns über unsere Erfahrungen und Strategien aus und planen die nächsten Aktionen in Jobcentern. Neueinsteiger/innen und Interessierte herzlich willkommen
    (Info und Kontakt: solidarisch-begleiten@riseup.net).

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