Berlin: Neukölln in den Kollwitzplatz verwandeln?

Radiofeature zu Gentrification in Nord-Neukölln von Avanti – Projekt undogmatische Linke

Der Norden Neuköllns verändert sich rasant. Die Mieten steigen, Kneipen und Cafés eröffnen. Zahlungskräftigeres Publikum zieht her. Damit einher geht auch eine beginnende Verdrängung der bisherigen Bevölkerung. Gentrification, so nennt sich das stadtpolitische Phänomen, das ähnlich und zum Teil weiter fortgeschritten auch in anderen Berliner Bezirken wie Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg beobachte werden kann. Maßnahmen des Berliner Senats wie die Quartiersmanagements und die Ausrufung von Sanierungsgebieten schieben diesen Prozess an und begleiten ihn.

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen hat sich die Avanti-Sozial-AG Ende letzten Sommers in Neukölln umgeschaut und ein Radiofeature produziert, das über die aktuelle Situation aufklären und die wichtigen Akteure benennen will. Es wurden u.a. Interviews mit dem Quartiersmanagement Reuterkiez und dem Vorsitzenden von Haus und Grund Neukölln geführt. Wir wollen so noch einmal nachdrücklich auf die Entwicklung nicht nur in Nordneukölln, sondern in Gesamtberlin aufmerksam machen: denn überall innerhalb des S-Bahn-Rings steigen die Mieten. Das Feature sowie das dazugehörige Booklet gibt es hier zum Download: Feature (mp3; 50 MB); Booklet (pdf, 229 KB).

Bei einem Treffen der Kultur AG des Quartiersmanagements Reuterplatz im Sommer 2008 äußerte ein Teilnehmer, er wünsche sich schon ein bisschen mehr Gentrification in Neukölln. Wir sehen das anders. Wir wünschen uns ein bisschen mehr Widerstand!