Donnerstag Veranstaltung zu drastischen Mietsteigerungen im Sozialen Wohnungsbau

Wir geben hier einfach mal den Einladungs-Flyer (PDF) wieder, der an die Mieter_innen betroffener Gebäude aus dem Sozialen Wohnungsbau verteilt worden ist, wo es in der letzten Zeit drastische Mieterhöhungen gegeben hat, nachdem die öffentliche Förderung für die Gebäude beendet worden war.

Wir bleiben ALLE – gemeinsam gegen Mietsteigerungen!

Info- und Diskussionsveranstaltung gegen Mietsteigerungen mit:
· Joachim Oellerlich, Mitarbeiter der Berliner Mietergemeinschaft
· Sebastian Jung, Mieterinitiative Fanny-Hensel-Siedlung

Donnerstag, 17. Juni 2010
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Café „Die Wille“, Wilhelmstraße 115, Kreuzberg

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

wie Ihr vielleicht aus den Medien oder von Eurem eigenen Vermieter erfahren habt, sind derzeit hunderte Haushalte zwischen Halleschem Tor und Potsdamer Platz akut von drastischen Mietsteigerungen betroffen. Hierzu zählen u.a.:
· Die Charlottenstraße 97a, wo die Miete seit 2007 von 5,50 Euro kalt auf 8,50 Euro gestiegen ist.
· Die Fanny-Hensel-Siedlung (Schöneberger Straße), wo der Vermieter die Warmmiete um über 30 % auf 7,04 Euro erhöht hat.
· Die Kochstraße 28/29 sowie die Wilhelmstraße 40/41 – auch hier wurden die Mieten jetzt um mehr als ein Drittel erhöht.
Hintergrund dieser aktuellen Mietsteigerungen ist unter anderem das Auslaufen der Förderung für den sozialen Wohnungsbau für insgesamt 28.000 Wohnungen in Berlin (davon ca. 2.300 in Kreuzberg), das der SPD/LINKE-Senat 2003 beschlossen hat.

Diese politische Entscheidung dürfen nun die Mieterinnen und Mieter ausbaden. Die Folge: Ein Großteil der Mieterinnen und Mieter der betroffenen Siedlungen ist auf Dauer gezwungen auszuziehen. Diese Vertreibung vor allem einkommensschwacher Haushalte nehmen die privaten Wohnungsunternehmen nicht nur einfach in Kauf – es ist vielmehr ihr Ziel. Denn angesichts der unmittelbaren Nähe zum Potsdamer Platz erhoffen sich die Wohnungsunternehmen, durch Luxussanierungen oder Neubau von Luxusimmobilien höhere Profite zu erzielen.

Die derzeitigen Mietsteigerungen in Nord-Kreuzberg sind keine Einzelerscheinung. Sie sind Teil einer Tendenz, die in großen Teilen des Stadtgebiets innerhalb des S-Bahn-Rings zu beobachten ist. Jüngste Untersuchungen der Investitionsbank Berlin haben dabei ergeben, dass ausgerechnet der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der zu den ärmsten der Stadt zählt, die höchsten Durchschnittsmieten nach Charlottenburg-Wilmersdorf aufweist.

Betroffen sind einige – gemeint sind wir alle!

Konkret richten sich die derzeitigen Mietsteigerungen gegen die Mieterinnen und Mieter in der Fanny-Hensel-Siedlung und Umgebung. Gleichzeitig sind diese Mietsteigerungen aber eine Kampfansage gegen ALLE Erwerbslosen, Niedriglohn-Beschäftigten, Rentner und Jugendliche in Kreuzberg – sie richten sich also gegen die große Mehrheit von uns Kreuzbergerinnen und Kreuzberger. Deshalb sind wir – politische Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen aus Kreuzberg – der Meinung: Gegen diese Angriffe müssen wir uns auch gemeinsam wehren. Aus diesem Grund laden wir Euch zu einem Diskussionsabend am 17. Juni (Do) ein. An diesem Abend möchten wir mit Euch die Situation in den betroffenen Siedlungen einschätzen und die Möglichkeit bieten, sich über laufende und zukünftige Gegenwehr auszutauschen. Zur Unterstützung haben wir hierfür Joachim Oellerich, Mitarbeiter der Berliner Mietergemeinschaft, eingeladen. Er wird über die Hintergründe der derzeitigen Mietsteigerungen informieren.

Weitere Infos im Internet:
Initiative Sozialmieter.de
Alles schon bezahlt! – Stellungnahme von Steigende Mieten stoppen!
Ausgabe des MieterEchos zum Thema (PDF, 1,4 MB)
Informationen auf dem Gentrification-Blog

Veranstaltet von:
DKP Friedrichshain-Kreuzberg
und Steigende Mieten stoppen!

Einladung als PDF (auch auf türkisch und französisch)