Archiv für Juli 2010

Thema Mieten bei Megaspree

Letzten Samstag war die große Megaspree Parade, ein Sternmarsh aus sechs verschiedenen Himmelsrichtungen und Stadtteilen. Gerade auf dem Prenzlauer Berger Megaspree-Arm wurde das Thema steigender Mieten intensiv behandelt. Am Rosenthaler Platz gab es einen Redebeitrag des Steigende Mieten stoppen!-Bündnisses, den wir unten wiedergeben. Eine kleine Presseschau gibt es hier und Fotos von Björn Kietzmann hier.

Die ebenfalls auf dem P‘berg-Zug gehaltene Rede der North East Antifa beschäftigte sich mit Gentrifizierung und einer entpolitisierenden Tendenz des Megaspree-Bündnisses, unterschiedliche gesellschaftliche Interessen zu verwischen und unter ein großes gemeinsames Interesse der Stadt zu fegen, einer irgendwie alternativ daherkommenden Variante der altbekannten Standortlogik.

Es gab neben dem Musikwagen der Mauerpark-Fertigstellen-Ini, an dem das altbekannte Mietenstopp-Transparent hing, noch mindestens einen weiteren Wagen auf der Demo, von dem groß und weithin sichtbar eine mietenbezogenes Transparent prangte:

„Mit den Mieten steigt auch unsere Wut“ hieß es dort – ein feiner Spruch, wie wir finden, und er passt sogar ausgezeichnet zu unserem Redebeitrag.

Wir sind heute hier, weil wir wütend sind. Weil wir gemerkt haben, dass – wenn es nach der Berliner Senatspolitik geht – dass die Stadt nur noch zum Verkauf da ist. Hallo, hier sind Leute, die wollen in dieser Stadt WOHNEN, sie wollen hier LEBEN! Wir brauchen und schätzen unsere Kieze, hier haben wir unsere Freunde, unsere sozialen Netzwerke, hier tragen wir zur Kultur, zur Vielfalt dieser Stadt bei. Doch diese Vielfalt ist bedroht – bedroht, weil sie sich so gut verkaufen lässt.

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Moabit steht auf…

…nee Quatsch, Ausgeschlafene hat’s in Moabit schon immer gegeben. Auch in Sachen Stadt- und Kiezpolitik, schließlich gibt es den B-Laden in der Lehrter Straße und den Verein für eine billige Prachtstraße schon verdammt lange.

Bisschen spät aufgestanden sind die Moabiter_innen höchstens in Sachen Megaspree: Denn ihre Entscheidung für einen eigenen Arm zur Sterndemo am Samstag kam leider zu spät für den gemeinsamen Plakate- und Flyerdruck, und steht dort daher nicht mit drauf.

Dafür gibt es handgefertigte Zettel/Plakätchen im Kiez, und das ist ja in Sachen Kiezmobilisierung auch viel wichtiger als so manches andere. Die Moabiter Demo wird übrigens von der Lehrter Straße über die Invaliden- und Brunnenstraße zum Rosenthaler Platz führen, wo sie mit dem Arm aus Prenzlauer Berg zusammentreffen wird, und dann weiter zum Roten Rathaus.

Auf zur Parade am Samstag!

Am 10. Juli, also kommenden Samstag, ist die große Megaspree-Parade „Rette deine Stadt!“ Und damit das klar ist: Wir wollen nicht die Stadt der Bonzen und Besserverdienenden retten, sondern Berlin als soziale Stadt. Steigende Mieten stoppen! wird sich an einem Arm des sechszügigen Sternmarschs beteiligen, nämlich am Protestzug aus dem Prenzlauer Berg. Der trifft sich um 15 Uhr am Mauerpark, Bernauer Straße, um sich am Rosenthaler Platz mit dem Zug aus Moabit (Start: Lehrter/Kruppstraße) und später mit dem Mitte-Zug, der am Tacheles losgeht, zu verbinden.

Außerdem werden Teile der Parade aus Friedrichshain (Boxi), Kreuzberg (Oranienplatz) und Treptow (Elsenbrücke) kommen – großes Zusammentreffen und Abschluss mit fetter Party wird am Roten Rathaus sein, um dort ein Zeichen gegen die unsoziale Stadtpolitik der Zerstörung unkommerzieller und subkulutreller Freiräume und gegen die Vertreibung Einkommensschwacher aus den Innenstadtbezirken zu setzen.

Der Mauerpark-Protestzug ist nicht von irgendwelchen Club-Betreibern ins Leben gerufen worden, sondern von verschiedenen Kiezinitiativen, darunter Mauerpark fertigstellen! und das Bürgerinitiativen-Netzwerk Berlin. Weil es hier nicht nur um einige subkulturelle Räume gehen soll, sondern um die gesamte Kiezentwicklung und die sozialen Fragen, die dahinter stecken, haben wir usn als Steigende Mieten stoppen! hier angeschlossen.

Pressemitteilung des Netzwerks als PDF