Linienhof: Attack of the Killer-Baugruppe?

Am Montag, den 6. September, gibt es um 19:30 Uhr im Café Morgenrot eine Veranstaltung zum drohenden Aus des offenen Werkstattprojekts „Linienhof“ in der Kleinen Rosenthaler Straße 9/10 (Mitte). Die Eigentümer_innen des Grundstücks wollen dort als Baugruppe ein Wohnhaus errichtet haben. Der Konflikt ging bereits durch die Presse (Berliner Zeitung, Taz, ND), nach dem Fall KarLoh erneut als „Linke gegen Linke“, da die Bauherren und -damen in spe sich ebenfalls der politischen Linken zurechnen.

Das hielt den Publizisten Mathias Greffrath (Taz, Le Monde Diplomatique, Attac) und die Künstlerin Hortensia Völckers (Bundeskulturstiftung) sowie die für sie arbeitende Architektin Anne Lampen nicht davon ab, den Linienhof in der Öffentlichkeit möglichst effektiv zu delegitimieren. So wollen die Betreiber_innen des Werkstattprojekts die Veranstaltung auch dazu nutzen, viele gegen sie in Umlauf gebrachte Behauptungen klarzustellen. Steigende Mieten stoppen! wird ebenfalls dabei sein, um das Phänomen Baugruppe im Zusammenhang der aktuellen Berliner Wohnungspolitik zu betrachten (eine Stellungnahme des Bündnisses als PDF-Flyer ist übrigens hier zu finden). Außerdem werden der Stadtsoziologe und Gentrifizierungs-Forscher Andrej Holm sowie eine Vertreterin der Alt-Treptower Kiezinitiative Karla Pappel gegen Mietpreiserhöhungen und Verdrängung den Abend beehren.

Ob die ebenfalls eingeladenen Vertreter_innen der Baugruppe, der Taz-Autor Uwe Rada sowie ein weiterer Baugruppen-Architekt zur Veranstaltung erscheinen werden, war bislang nicht bekannt.

What’s left?

Stadtentwicklung – Baugruppen – gewachsene linke Strukturen im Interessenkonflikt

Podiumsdiskussion vor dem Hintergrund des Konflikts um den Linienhof
Am 6.9.2010 um 19:30Uhr im Café Morgenrot

Stadt für alle?
- Gentrifizierung als Ergebnis der aktuellen Stadtpolitik
- Welche Bedürfnisse lässt die Stadtentwicklung offen?
- Unkommerzielle Strukturen als sozialer Gegenentwurf

Baugruppen oder selbstverwaltete Projekte?
Können Baugruppen einen Beitrag für eine soziale Stadtentwicklung leisten?
Wenn ja, unter welchen Umständen?
Was ist der soziale Anspruch/Einfluss von Baugruppen und von sozialen Projekten?
Welcher gesellschaftliche Beitrag wird vom Linienhof angeboten?

Solidarität als zentraler Inhalt linker Ideen
Warum soll der Linienhof gehen, wenn die Baugruppe kommt?
Eigentumsbildung und daraus resultierende Konkurrenz stellen keine Lösung für alle dar.
Wie kann der aktuelle Konflikt um den Linienhof auch im Sinne der bestehenden Strukturen gelöst werden?

Eingeladen sind:
Vertreter_in der Baugruppe
Uwe Rada, Journalist (taz)
Andrej Holm, Soziologe
Bündnis steigende Mieten stoppen
Stadtteilinitiative Karla Pappel
Unterstützer_innen des Linienhofs


1 Antwort auf „Linienhof: Attack of the Killer-Baugruppe?“


  1. 1 Jörg Schleicher / BIN&AIM 08. September 2010 um 15:04 Uhr

    Man munkelt Frau Völckers hätte die gestrige Veranstaltung Über-Lebenskunst recht unkonzentriert moderiert, vielleicht weil sie etwas gestört wurde? aber sie hat es kunstreich überlebt – trotzdem bleibt die Frage wer war denn da so unkultiviert im Haus der Kulturen der Welt?
    übrigens: morgen am 9.9.1o stellt der Investor Bahr das Bauvorhaben Belforter Str./ Straßburger Str./ Metzer str. vor: 19:30 Anlass: reguläre Ausschusssitzung
    Raum: Haus 7, BVV-Saal
    Ort: Bezirksamt Pankow von Berlin, 10400 Berlin, Fröbelstraße 17
    http://marthashofblog.blogspot.com/2010/09/nach-megaspreebin-berlin-welt-burger.html

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