Ein Wochenende Zentrum gegen Verdrängung

In den ehemaligen Räumen von Farben Sachse im Kreuzberger Wrangelkiez zog am letzten Wochenende ein ungewöhnliches Projekt ein: Ein Umsonstladen, Kiezcafé, „Zentrum gegen steigende Mieten“. Leider war die Freude nur von kurzer Dauer, denn am dritten Tag seines Bestehens wurde der Laden bereits wieder polizeilich geräumt.

Die Farbenmanufaktur Hermann Sachse hatte Ende August ihr jahrzehntelang genutztes Ladenlokal in der Falckensteinstraße 5 aufgegeben, weil der Eigentümer eine Mieterhöhung von 8,20 €/m² auf 19 €/m² verlangt hatte. Abendschau, Berliner Kurier und Spiegel TV hatten über den Verlust einer echten Kiez-Institution berichtet.

Kundin: „Nee, das ist ja echt blöd, dass ihr jetzt weggeht. Ihr wart immer so lange hier und.. ja, mal gucken, wie sich der Kiez jetzt entwickelt. Also, so wie’s jetzt aussieht, is nicht sehr schön.“
Wiebke Ottemeier, Farben Sachse: „Ja, da lässt sich ja nichts machen. Also die steigenden Mieten hier… Unser Mietvertrag lief ja aus, und das Angebot, was wir dann bekommen haben, war eben zweieinhalb mal so hoch wie vorher. Da bleibt einem dann nichts anderes übrig, also mussten wir uns was anderes suchen. Wir wollten auch in Kreuzberg bleiben, aber da ließ sich wirklich nichts finden.“
Peter Humar, Farben Sachse: : „Das Problem ist: Die regen sich ja alle auf. Aber, sag ich, ihr müsst euch nicht bei mir aufregen, ihr müsst was unternehmen.“

Seit September ist Farben Sachse in Friedrichshain zu finden, in der Krossener Straße 34. Der Umsonstladen ist wieder weg, und in die Falckensteinstraße 5 soll ein weiteres Restaurant ziehen, um die zahlreichen Touristen zu beglücken.

Berichte gibts bei Indymedia und der Taz, Fotos bei Mikael Zellmann, beim Umbruch Bildarchiv, bei Demotix und zur Räumung nochmal bei Mikael Zellmann zu finden.


1 Antwort auf „Ein Wochenende Zentrum gegen Verdrängung“


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