Wohnungsnot vor der Tür – Handeln ist gefragt!

Nach dem Erscheinen des Wohnungsmarktmonitors des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) macht das Wort „Wohnungsnot“ erstmals eine rauschende Runde durch den Berliner Blätterwald: Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Morgenpost, Berliner Kurier, Taz und Neues Deutschland berichten.

Auch die Berliner Mietergemeinschaft kommentiert den sich verengenden Wohnungsmarkt – und das tatenlose Zusehen des Berliner Senats:

Der BBU Wohnungsmarktmonitor 2010 ist am 16. November erschienen. „Mit seiner breiten Datenbasis liefert der BBU-Marktmonitor 2010 ein genaues Bild der Wohnungsmarktrealität für breite Schichten der Berliner und Brandenburger Bevölkerung“ stellt der BBU-Marktmonitor eingangs fest. Von dem mit der Untersuchung beauftragten Hamburger GEWOS-Institut wurden über 800.000 Mietvertragsverhältnisse in Berlin und Brandenburg ausgewertet. Zu dem Ergebnis sagte Maren Kern, die Vorsitzende des Vorstands des BBU: „Diese Zahlen machen sehr deutlich, dass wir in Berlin rasch Wohnungsneubau brauchen.“ Bei gleichbleibender Neubauleistung und einem wahrscheinlichen Anstieg der Zahl der Haushalte um 50.000 sei bis 2015 mit einem dramatisch verringerten Leerstand von höchstens 3.000 Wohnungen zu rechnen.

Dazu muss erläutert werden, dass ein Leerstand von drei Prozent des Wohnungsbestands (bei 1,9 Mio. Wohnungen in Berlin sind das 57.000 Wohnungen) als normale Fluktuationsreserve erforderlich ist, um das reibungslose Funktionieren des Wohnungsmarktes zu gewährleisten. Die 3.000 prognostizierten Leerstände wären Ausdruck eines zum Zerreißen angespannten Wohnungsmarktes, der einen Wohnungswechsel stets mit der Bereitschaft zu enorm erhöhter Mietzahlung verknüpft und dadurch das ganze Mietniveau in z.Zt. noch ungeahnte Höhen treiben würde.

„Vor dem Hintergrund dieser Vorhersagen müssten sich die Berliner Parteien längst mit der Frage auseinandersetzen, wie der Neubau angekurbelt werden könnte“ fährt der Marktmonitor fort. Und Maren Kern ergänzt, dass Berlin auf dem Weg zu einem Angebotsproblem sei. Der Senat muss einen Ausweg finden: „Deshalb“ so kündigte Maren Kern an, „wollen wir uns mit der Politik über die Entwicklung neuer Wohnungspolitik-Instrumente unterhalten, um eine günstige und hochwertige Wohnraumversorgung auf Dauer zu sichern.“

Dem kann von Seiten der Berliner MieterGemeinschaft nur beigepflichtet werden. Allerdings ist nicht sicher ob der BBU bei den Instrumenten an den seit fast einhundert Jahren notwendigen und nur durch die Berliner Förderungs-Mafia in Verruf gebrachten sozialen Wohnungsbau denkt. Mit Frau Junge Reyer an der Spitze der Senatsverwaltung werden sich solche Instrumente mit Sicherheit nicht entwickeln lassen, denn sie verkündet unverdrossen weiterhin die Mär vom entspannten Wohnungsmarkt.