Archiv für April 2011

Große Mietendemo – Vorbereitungstreffen

wann: 8. Mai 2011 / 17:00
wo: Betroffenenvertretung Teutoburger Platz,
Templiner Straße 17 / U-Bhf. Senefelder Platz

Runter vom Sofa – Raus auf die Straße

Steigende Mieten, Verdrängung und Ausverkauf dieser Stadt wollen viele Menschen nicht mehr hinnehmen. Es haben sich in ganz Berlin Stadtteilinitiativen und Bündnisse gebildet. Jetzt gilt es den Unmut über diese neoliberale Stadtpolitik zu bündeln und unseren Protest, aus den Kiezen heraus, auf die Straße zu tragen. Kommt zum Vorbereitungstreffen für die große Mietendemo am 3. September!

Für ein ALLE in „wir bleiben alle“

Redebeitrag der Kampagne „Steigende Mieten stoppen!“ auf der Walpurgisnacht-Demo „Wir bleiben alle!“ am 30. April 2011:

„Steigende Mieten zeigen, dass es Berlin besser geht.“ Das sagt Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister dieser Stadt – mit den besten Aussichten, im Herbst wieder gewählt zu werden. Das ist die seltsame Situation, in der wir uns zur Zeit befinden: 83% der Berliner_innen sind der Meinung, der Senat solle in allen Stadtteilen für bezahlbaren Wohnraum sorgen. Wir spüren, dass steigende Mieten in der Stadt ein drängendes, für viele sogar ein existenzielles Problem sind. Aber was folgt daraus? Muss der Senat um seine Legitimität fürchten, nur weil er dieses Problem ignoriert?

Im Mai wird der neue Mietspiegel für Berlin bekannt gegeben. Dieser Mietspiegel wird darstellen, wie die Mieten in den letzten zwei Jahren gestiegen sind: ganz erheblich. Und dieser neue, höhere Mietspiegel wird dann wieder neue Mieterhöhungen ermöglichen. Immer mehr Mieter/innen werden ihre Miete nicht mehr zahlen können, werden in ihrem bisherigen Kiez keine neue Wohnung mehr finden. Sie werden aus ihrem Zuhause verdrängt, aus ihrer Nachbarschaft, aus ihren sozialen Netzwerken gerissen.

Die Stadt wird umsortiert: Wer nicht Mittelschicht ist, muss aus den Innenstadtbezirken verschwinden. Besonders hart trifft es diejenigen, die nicht nur wegen ihres geringen Einkommens diskriminiert werden. Mieter_innen mit migrantischem Hintergrund zum Beispiel, besonders aus der Türkei und den arabischen Ländern, werden in den zentral gelegenen Kiezen immer weniger. Die Stadt wird segregiert, wie die Sozialforscher sagen.

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Stadtpolitische Vollversammlung zur Planung einer Mieten-Demo im Herbst

Bitte vormerken: 3. September – zwei Wochen vor der Berliner Wahl geht es zusammen mit Nachbar_innen, Kiezgruppen und Initiativen hinaus zur stadt- und sozialpolitischen Demo.

Doch wichtiger ist eigentlich noch das, was passiert. Es soll nicht die übliche Bündnisdemo im Szenestil werden. Verankerung der Demo ist die Organisierung im Kiez und in der Nachbarschaft. Und so bleibt am Ende vielleicht etwas, was über ein bloßes Event hinausgeht, und zu einem basisorientierten und trotzdem radikalen Wiederstand gegen die neoliberale Stadt beiträgt.

Wie der Weg zu einer solchen Demo aussehen kann, wollen wir heute auf einer Vollversammlung besprechen. Wir freuen uns auf euch und eure Ideen.

Sonntag, 17. April
um 16:00 Uhr
im Kotti e.V.
Adalbertstr. 95a
U-Bhf. Kottbusser Tor
Kreuzberg

Bewegung gegen Wohnungsnot – Konferenz am Samstag

Die Berliner Mietergemeinschaft lädt für Samstag ein zur Konferenz „Vorsicht Wohnungsnot!“. Das Programm schlägt den Bogen von den liberalisierten Finanzmärkten zum Berliner Wohnungsmarkt, drückt verschiedenen stadtpolitischen Initiativen aus Berlin und Hamburg das Mikrofon in die Hand, damit diese über Perspektiven des Widerstands berichten, und bietet eine Abschlussrunde zum Thema „Welche außerparlamentarische Gegenbewegung brauchen wir?“

Insgesamt eine deutliche Kampfansage an die etablierte (Parteien-)Politik.

Samstag, 16. April
10:30 Uhr bis ca. 18 Uhr
im DGB-Haus, Keithstraße 1/3
in Schöneberg, nahe Wittenbergplatz

Eintritt ist frei, für Speis & Trank ist gesorgt.

Fette-Mieten-Party in Kreuzberg – dem „Schönen Leben“ auf die Pelle gerückt

Diesen Wohnungsbesichtigungstermin hatte sich der Makler von der Berliner „SchönLife Immobilien“ vermutlich etwas anders vorgestellt. Voller jungdynamischer, kreativer Wohnungssuchender vielleicht, denen man das gute Benehmen und den vollen Kontostand schon am Erscheinungsbild ablesen kann, und die interessiert und vorbehaltlos zuhören würden, während er ihnen die Vorzüge dieses Filetstücks von Wohnung schmackhaft machen würde: repräsentativ und zugleich mitten im Kreuzberger Kiez gelegen, nur wenige hundert Meter vom nächsten Carloft entfernt, frisch saniert mit groß geschnittenen Zimmern und hochmoderner Einbauküche. Die Bewerbungs- und Selbstauskunftsbögen würden die Teilnehmer_innen schon detailgetreu ausgefüllt dabei haben, neben den üblichen Informationen zu den verschiedenen Einkünften auch den Grund für den gewünschten Wohnungswechsel bereitwillig genannt und die eventuell (hoffentlich nicht!) bestehenden Pfändungen und Ratenzahlungsverträge sorgfältig aufgelistet haben – dem Dokument beigefügt selbstverständlich die Schufaauskunft und die Mietschuldenfreiheitsbestätigung des Vermieters. Und am selben Abend würde vielleicht schon das befriedigende Gefühl auf ihn warten, eine 85qm Zweizimmerwohnung zu beachtlichen 849 € Kaltmiete unter die Leute gebracht, eine bescheidene Provision abgestaubt und seinen eigenen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass der Mietenspiegel auch weiterhin kontinuierlich steigen und dem ganzen Immobiliengewerbe ein florierendes Geschäft besorgen wird…

Aber als der Strom an Menschen, die da die Treppe hinauf kamen und nacheinander in die Wohnung drangen, nicht mehr abreißen wollte und diese sich plötzlich bunte Masken aufsetzten, war es vorbei mit der Partystimmung – bei dem Makler. Die ungebetenen Gäste hingegen drehten laute Musik auf („Our House“ von Madness), ließen die Sektkorken knallen und Konfetti durch die Luft fliegen: Eine Fette Mieten Party war angesagt!

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