Archiv für Juli 2011

Aufbrechen.

Wir protestieren, und wir tun noch mehr. Wir handeln, wir müssen handeln. Wenn wir nur protestieren, erlauben wir den Mächtigen, die Tagesordnung zu bestimmen. Wenn wir uns damit bescheiden, gegen die Dinge zu sein, die sie zu tun versuchen, dann verbleiben wir in ihrem Windschatten.
Aufbrechen heißt, dass wir mehr tun, dass wir die Initiative ergreifen, dass wir bestimmen, wohin die Reise geht. Wir verneinen, aber aus unserem Nein erwächst ein Herstellen, ein Anders-Handeln, ein Tun, ein Tätigsein, das nicht vom Geld bestimmt ist, das nicht von den Regeln der Macht bestimmt ist.
Dieses Anders-Handeln erwächst oft aus der Not: der kapitalistische Markt erlaubt uns nicht, zu überleben, wir müssen andere Wege finden, uns am Leben zu erhalten, wir müssen Formen von Solidarität und Zusammenarbeit finden.
Ebenso oft wählen wir das Anders-Tätigsein: wir weigern uns, unser Leben der Herrschaft des Geldes zu überantworten, wir widmen uns solchen Dingen, die wir nötig oder wünschenswert finden. So oder so, wir leben die Welt, die wir schaffen wollen.

(John Holloway: Kapitalismus aufbrechen.)

Hasta la vista, Thilo!

Public Viewing? Public Buhing! – Kreuzberg stellt sich quer
Kiezversammlung am 22. Juli 2011, ab 21 Uhr am Heinrichplatz

Veranstaltet von: Bündnis gegen Rassismus und Sozialchauvinismus, Allmende e.V., Rechtspopulismus stoppen!

Vor ein paar Tagen hat Thilo Sarrazin mit einem Kamerateam des ZDF Kreuzberg besucht. Dabei ist er überall auf Wut und Empörung gestoßen. Denn Sarrazin ist die Galionsfigur eines neuen, offensiven Rassismus in Deutschland. In seinem Bestseller ‘Deutschland schafft sich ab’ stellt er Menschen mit türkischem oder arabischem Familienhintergrund als genetisch bedingt dumm und unproduktiv dar. Nach Jahrzehnten rassistischer Ausgrenzung werden sie jetzt als ‘Integrationsverweigerer’ beschimpft. Kein Wunder, dass sich die Betroffenen spontan wehren.

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29. Juli Demo gegen Mieten und Verdrängung

29. Juli 18 Uhr Rathaus Neukölln
BEYOND THIS CITY
Demonstration gegen Mieten und Verdrängung.

Die Mieten explodieren. Bezahlbarer Wohnraum wird zu einer Antiquität, die Wohnungssuche zu einer andauernden Herausforderung. Immer mehr Menschen werden aus ihrer angestammten Wohnumgebung hinausgedrängt. Die Wohnungen in Nord-Neukölln sind in den letzten drei Jahren um 23 Prozent teurer geworden.

Der frische Wind des Wettbewerbs trifft auf die Stadt und die sozialen Gegensätze verschärfen sich. Zu glauben, die sogenannte Gentrifizierung würde einfach irgendwann aufhören, ist illusorisch. Die Mieten steigen munter in der ganzen Stadt, egal ob in Hellersdorf, Wedding, Neukölln oder Charlottenburg.

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Der Tourismus-Boom und seine Folgen

Das neue MieterEcho ist da, und es behandelt das Schwerpunktthema Tourismus: „Wieviel Tourismus verträgt Berlin?“ fragt bereits die Titelseite, gefolgt von Beiträgen über den massiven Stellenwert der Tourismusförderung in der Berliner Wirtschaftspolitik, den Einfluss von Tourismus auf die Kiezentwicklung und den Wohnungsmarkt, sowie über die Arbeitsverhältnisse im Gastgewerbe.

Darüber hinaus finden sich noch Beiträge zur Berliner Privatisierungspolitik, zu den Erfahrungen einer Hausgemeinschaft am Neuköllner Weichselplatz, die sich mit den Verwertungsbestrebungen der Eigentümer herumschlägt, sowie zum baurechtlichen Instrument der Milieuschutzsatzung – und wie sie in Hamburg, anders als in Berlin, zum Mieterschutz eingesetzt wird.

Spreeparade und Sommerfest

Bestes Wetter soll am morgigen Samstag zu verschiedenen stadtpolitischen Anlässen laden. Während die Hausgemeinschaft des abrissbedrohten Mietshauses Barbarossastraße 59 zum solidarischen Sommerfest den Grill anschmeißt, werden in Friedrichshain und Kreuzberg die heißen Scheiben aufgelegt, um tanzend gegen die Uferbebauung der Spree und gegen steigende Mieten zu demonstrieren.

Samstag, 16. Juli
ab 15 Uhr
im Garten Barbarossastraße 59

Schöneberg

ab 16 Uhr
Spreeparade

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