Archiv für August 2011

A propos Legalitätsgrenzen…

… und zur Demo bringen wir dann auch die weniger szenemäßigen Parolen mit. Versprochen.

„Deshalb müssen sich die Leute selber organisieren“

Ausschnitt aus einem Interview des Neuen Deutschland mit Jörn Schulte von der Pressekoordination der Mietenstopp-Demonstration:

Sich radikaler bewegen, was meinen Sie damit konkret?
Konsequent sein trifft es vielleicht besser. Zunächst gilt es zu analysieren, was in den Kiezen passiert. Wir stellen fest, dass die Leute, die verdrängt werden, keinerlei politische Vertretungen in den Parlamenten haben. Deshalb müssen sich die Leute selber organisieren und sie müssen über Legalitätsgrenzen hinweg Entwürfe entwickeln, wie sie die Verdrängung verhindern können.

Legalitätsgrenzen?
Es geht darum, dass die unterschiedlichen Schichten herausfinden, was für Optionen sie haben. Wir diskutieren derzeit, ob zum Beispiel Mietverweigerungen zu unterstützen sind. Etwa bei einer Wohnungsgesellschaft, die ihre Mieten erhöht hat. Der Druck könnte so groß werden, dass die Mieterhöhung zurückgenommen werden muss. Im Fall der GSW-Häuser, die erst verschenkt und jetzt als Spekulationsobjekte freigegeben wurden, hat es Versuche gegeben, ein Gebäude zu besetzen. All das ist erst der Anfang.

Banner für die Mietenstopp-Demonstration

Also keine Web-Banner, nee, so richtig für’s echte Leben. Gern auch als Fähnchen oder Wimpel in den stürmischer werdenden Wind zu hängen.

„Die verdammte Miete ist zu hoch!“

In der Lunte (Weisestraße 53) liegen etwa 80 dieser Wimpel. Die Teile sind etwa 50×70cm groß und zum Aufhängen an Fenstern gedacht oder an Ladentüren.

Öffnungszeiten der Lunte: Mittwoch 12 bis 15 Uhr, abends 19 bis 21 Uhr, Donnerstag ab 16 Uhr bis Mitternacht.

Graefekiez / Taekker: Mieterverdrängung nach Finanzmarktkrise

Pressemitteilung der Mieten AG im Graefekiez

  1. Finanzmarktkrise und Immobilienspekulation führen im Graefekiez zu der Verdrängung von Mietern.
  2. Aufruf zur Teilnahme an der Kundgebung im Graefekiez am 2.9. um 17 Uhr in der Böckh- Ecke Graefestraße und der Teilnahme an der Mietenstopp-Demonstration am 3.9. 14 Uhr ab Hermannplatz

Für den 2. September um 17:00 h ruft die Mieten AG im Graefekiez zur Kundgebung an der Graefestraße 11 Ecke Böckhstraße 13 auf.

Das Haus gehört der dänischen Immobiliengesellschaft Taekker. Der Hauseigner Jörn Taekker will das Haus mit Hilfe der Bank- und Immobilienconsulting GmbH Ziegert in Eigentumswohnungen verkaufen.

Die Entmietungsspezialisten der Fa. Ziegert sind nicht unbekannt. In der Barbarossastraße 59 hatten sie für die Fa. Hochtief gearbeitet, in der Dieffenbachstraße 58a und in der Müllenhoffstraße 14 waren bzw. sind sie noch zugange und jetzt wickeln sie die Geschäfte der Fa. Taekker in der Graefestraße 11 / Böckhstraße 13 ab.

Die 29 Wohnungen des Eckhauses Graefe-/Böckhstraße werden zum Preis von 2.‍800,- Euro bis 3.300 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Berliner Wohnungsmarkt in den Fängen der Finanzmarktkrise

(mehr…)

Wer hat, dem wird gegeben

Eine schöne Gegenüberstellung beim Kiezer Weblog vom Klausener Platz: Wahlkampflyrik und die Managergehälter der städtischen Wohnungsunternehmen. Allen voran die satten Zuschläge bei Markus Terboven (252.738 Euro, +16,5%) und Hendrik Jellema (243.956 Euro, + 7%) vom Vorstand der Gewobag, im Vergleich von 2010 zu 2009. Die Gewobag ist am Klausener Platz und anderswo bestens für ihre Mieterhöhungspolitik bekannt. Nun wissen die betroffenen Mieter/innen nicht nur, dass der Berliner Senat seine Wohnungsbaugesellschaften zur Mietpreissteigerung antreibt, sondern dass die Manager dafür auch bestens belohnt werden.

Christian Wilkens, Finanzvorstand der Gesobau, bekam 2010 ein Jahresgehalt von 245.900 Euro (+ 15%), der Vorstandsvorsitzende Jörg Franzen gar 290.300 Euro. Peter Hohlbein erhielt satte 610.631 Euro für die Leitung der Berliner Immobilienholding und Jürgen Marx, Chef der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land, 259.000 Euro.

Zumindest versteht man, warum die betreffenden Leute die Berliner Mieten für geradezu spottbillig halten müssen.

Update: Auch aus Charlottenburg gibt es einen Treffpunkt für die Mietenstopp-Demonstration am Samstag: Um 13 Uhr am Mieterclub, Neue Christstraße 8.