Initiativen protestieren gegen BMWLab in Mitte/PBerg

17 Initiativen, Kulturprojekte, Cafés und Kneipen sowie ehemals besetzte Häuser haben ihre entschiedene Ablehnung gegen ein BMWGuggenheimLab in Mitte oder Prenzlauer Berg zum Ausdruck gebracht. Der Protestbrief war von der Kiezgruppe Mitte/Prenzlauer Berg initiiert worden und wurde auf dem Blog des Anwohner_innenvereins „Leute am Teute“ veröffentlicht.

Die Kritik richtet sich dabei besonders an den Akteur BMW, der von der Inszenierung eines trendigen stadtpolitischen Gesprächsraums für sein Konzernimage zu profitieren sucht.

Die Unterzeichnerinnen möchten hiermit BMW mitteilen, dass sie nicht darauf gewartet haben, von BMW gefragt zu werden, wie sie sich die Stadt der Zukunft vorstellen. Wir brauchen keine Diskussionskultur, die von BMW organisiert, strukturiert und moderiert wird. Wir warten auch nicht mit BMW gemeinsam auf die Zukunft dieser Stadt. Unsere Zukunft ist nicht die von BMW. Das Recht auf diese Stadt ist nicht von BMW gepachtet. Die Zukunft Berlins liegt nicht in Eigentumswohnungen und Luxusbauten. Berlin ist die Stadt der Mieterinnen und Mieter, die auch in Zukunft hier leben wollen.

Ein von BMW geschaffener Raum könne sich niemals ernsthaft den Problemen der von steigenden Mieten, kultur- und sozialpolitischen Kürzungen betroffenen Anwohner_innen widmen.

Aber wir fallen auf diese Inszenierung nicht mehr herein. Über die Zukunft mitreden dürfen und sie uns gleichzeitig unterm Arsch wegziehen, diese Show kann sich nur ausdenken, wer glaubt, dass Verdrängung und Kürzungen lautlos über die Bühne gehen.
(…) Berlins Zukunft liegt in der Gegenwart, in den solidarischen Nachbarschaften, der traditionellen Kiezkultur, die offen für alle EinwandererInnen und Gäste ist. Das Recht auf diese Stadt wird von den Mieterinnen und Mietern, ihren Initiativen und den vielfältigen Projekten durchgesetzt.