Der Schillerkiez und das Treiben der Immobilienwirtschaft

Es tut sich was im Schillerkiez. Sagen Quartiersmanagement und Hauseigentümer und meinen: Das ist gut. Weniger begeistert sind die von Mieterhöhungen und Kündigungen betroffenen Mieter/innen. Die Stadtteilinitiative Schillerkiez lud für Sonntag (15.4.) zum aufklärenden Kiezspaziergang, und so trotteten rund 50 Interessierte durch den Kiez, vor diesem Haus und an jener Ecke anhaltend und lauschend.

Zu hören gab es allerlei Informationen über das aktuelle Treiben der Immobilienwirtschaft im Schillerkiez. Spekulativer Leerstand und das Unterbinden stiller Wohnungsbelegungen, eine Wohnungsaufsicht, die beteuert, ihr seien die Hände gebunden, teure Modernisierungen inklusive Umlage auf die Mieter/innen, Umwandlung in Eigentum – man kennt die typischen Geschichten, die sich immer wieder in wenig verändertem Gewand zeigen. Auf der anderen Seite aber auch betroffene Mieter/innen, die ihre Betroffenheit überwinden und sich zusammenschließen, um gemeinsam ihre Rechte, so weit wie möglich, durchzusetzen und den Aufwertungsgewinnlern das Handwerk etwas schwerer zu machen.

Zum Abschluss gab es Kaffee und Kuchen im Stadtteilgarten auf dem Tempelhofer Flugfeld. Der Garten liegt dort, wo in einigen teure Wohnneubauten hochgezogen werden sollen und dem Bild des Schillerkiezes eine Nobelnote hinzuzufügen drohen. Allerdings ist bereits ein Volksbegehren in Vorbereitung, um eine solche Bebauung zu verhindern.