Pressemitteilung Besetzung Weisestraße 47

Pressemitteilung
Berlin, 28.04.2012

Besetzung einiger Wohnungen als Protest gegen spekulativem Leerstand

In der Weisestraße 47 wurden heute, um 17:30, einige Wohnungen besetzt. Das Haus in der Weisestraße 47 gehört Henning Conle, einem über mehrere Jahre bundesweit bekannten Immobilienspekulanten. Er trieb zuerst sein Unwesen in Duisburg, war dann in den 90er Jahren in Hamburg aktiv, wo ihm mindestens 2500 Wohnungen gehörten. Der Hamburger Mieterverein kann über den Umgang von Henning Conle mit seinen Mietern mehrere Akten füllen.

Nun hat Herr Conle auch in Berlin ein oder mehrere Häuser. Zum ersten Mal negativ aufgefallen ist er bei dem Versuch, im Jahre 2005 das ehemalige Metropol am Nollendorfplatz in die Luxusdisco Goya zu verwandeln. Nach der Pleite des Goyas ermittelte die Staatsanwaltschaft.

Die Weisestraße 47 steht seit Jahren fast komplett leer, nur im Hinterhaus sind noch drei Wohnungen vermietet – sehr günstig wegen Ofenheizung und Toiletten im Treppenhaus. Vor drei Jahren wurde das Haus zum Verkauf angeboten. Im Verkaufsprospekt ist zu lesen, dass es zum Zwecke der Sanierung umfänglich entmietet wurde. Vor zwei Jahren versuchte ein alternatives Hausprojekt das Haus zu erwerben. Sie haben eine Weile mit Conle verhandelt, wurden aber immer wieder hingehalten.

Im April 2010 wurde ihnen mitgeteilt, dass das Haus nun doch nicht an sie zu verkaufen sei, weil es vom Besitzer selbst saniert wird. Noch ist nichts passiert. Der Besitzer wird wohl entweder abwarten, bis er das Haus zum Höchstpreis verkaufen kann, oder er wird die Wohnungen tatsächlich irgendwann luxus-sanieren und teuer vermieten. Es wird weiterhin regelmäßig das Vorderhaus gereinigt, obwohl dort niemand wohnt, auch wurden neue Schlösser in die Wohnungen im Vorderhaus eingebaut. Wahrscheinlich soll damit verhindert werden, dass jemand auf die Idee kommt, schon mal einzuziehen.

Wir verlangen die sofortige Nutzung aller leer stehenden Wohnungen für Hartz IV-Bezieher_innen und andere Menschen mit niedrigem Einkommen, die hier kaum noch eine Wohnung finden.