Schwere Zeiten für Immobilienfuzzis

Normalerweise braucht man wohl kaum länger als 15 Minuten, um mit dem Auto vom Potsdamer Platz zur Kulturbrauerei zu fahren. Für die Teilnehmer/innen der Jahrestagung Immobilienwirtschaft wurde diese Fahrt dank der Aktion „Fang den Bus!“ jedoch zum Desaster, denn sie dauerte annähernd zwei Stunden. Der Bus wurde unzählige Male unterwegs angehalten, blockiert, zum Schritttempo oder gar zur Umkehr gezwungen.

Am schönsten war wohl das Bild, das sich Protestierenden an der Kreuzung Eberswalder Straße / Schönhauser Allee bot: Hier waren rund 100 Menschen auf der Straße, auch die BVG stand mit zwei Trams quer, während die Straßenbahnfahrer gemütlich ihre Stullen kauten. Eine Samba-Gruppe spielte auf, während der Immobilien-Bus in der Eberswalder Straße wartete und schließlich kehrt machte, zurück fuhr, oder zumindest einen großen Umweg über Arkonaplatz, Rosenthaler Platz, Torstraße und Schönhauser Allee.

Auf diesem Weg wurde er dann durch eine spontane Fahrraddemonstration unter „Wir haben den Bus!“-Rufen zum Schleichtempo gezwungen und vor der Kulturbrauerei schließlich ein weiteres Mal von rund 100 Menschen zum längeren Halt genötigt. Bis die Sitzblockaden geräumt waren und der Bus auf das Gelände der Kulturbrauerei einbiegen konnte, hatte es mit Sicherheit nicht nur den beteiligten Immobilienmakler/innen den letzten Nerv geraubt, auch das von der TLG Immobilien bereitete Gala-Dinner dürfte längst kalt gewesen sein.

Der Fang-den-Bus-Ticker auf Indymedia fasste es folgendermaßen zusammen: Wir konnten den Immofuzzis heute zeigen was passiert wenn sie in Berlin kaufen – IN BERLIN KAUFT MAN ÄRGER .