Archiv für Juli 2012

Kundgebung gegen den Entmietungsspezialisten Ziegert

Den Profiteuren von Mietsteigerung und Verdrängung auf die Pelle Rücken!

Dienstag, 24. Juli 2012 um 16 Uhr
Schlüterstrasse 54 (nahe S-Bhf. Savignyplatz)

Es gibt viele Arten mit Wohnungen Profite zu machen. Z.B. exorbitante Mieterhöhungen nach Luxusmodernisierung oder bei Neuvermietung, Umwandlung in Eigentumswohnungen, oft verbunden mit der Verdrängung der MieterInnen. Dabei wird die Angst der MieterInnen skrupellos ausgenutzt. Überrumpelung, mehr oder weniger subtile Drohungen, Entmietung und lächerlich niedrige Abfindungen sind an der Tagesordnung.

Hier kommt die Firma Ziegert ins Spiel, sie verdienen damit ihr Geld:

„Von der starken Nachfrage profitiert auch das Berliner Unternehmen Ziegert Bank- und Immobilienconsulting, das sich in den letzten Jahren zu einem führenden Wohnungsmakler in der Hauptstadt entwickelt hat. Im ersten Quartal dieses Jahres verbuchte die Firma ein Umsatzplus von 40%. 220 Wohnungen konnte das Team von Ziegert an den Mann und die Frau bringen. 63,3 Mio. Euro Umsatz erzielten die Vermittler durch die Verkäufe.“ (Immobilienzeitung, 26.4.2012)

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Video: Was tun bei einer Mieterhöhung?

Die Berliner MieterGemeinschaft steigt offenbar ins Video-Podcasting ein – sie hat zwei Videos erstellt, in denen auf Mietrecht spezialisierte Anwälte Grundprobleme wie den Umgang mit Mieterhöhungen oder mit Wohnungsmängeln erklären. Hier das Video zu Mieterhöhungen nach dem Berliner Mietspiegel, mit dem Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Hans-Christoph Friedmann:

Was unserer Meinung nach im Video fehlt: Mit den Nachbar/innen im Haus sprechen, wer noch ein Mieterhöhungsschreiben bekommen hat und Informationen, wie man damit umgehen sollte, an die anderen weiter geben. Vielleicht lohnt es sich, eine Hausversammlung mit anwaltlicher Unterstützung anzusetzen? – Je mehr Mieter/innen sich gegen die Mieterhöhung wehren, um so besser.

Lärm schlagen für Mietenstopp

Sozialmieter vom Kottbusser Tor, Spreeufer-Begeisterte, Besetzerinnen vom Seniorenklub „Stille Straße“, Hausgemeinschaften die sich gegen drastische Mieterhöhungen wegen aufwendiger Modernisierungen wehren, von Umwandlung in Eigentum bedrohte Mieter, usw. – am Samstag wollen sie alle wieder zur Lärmdemo zusammenkommen und gemeinsam ihre Wut und ihre Entschlossenheit zum Ausdruck bringen, sich nicht aus ihren Kiezen herausdrägen lassen zu wollen.

Samstag, 21. Juli um 16 Uhr ab Kottbusser Tor
Die Miete ist zu hoch! – Wir bleiben alle!

Bringt Töpfe, Deckel und anderes klingendes Haushaltsgerät mit!

Petition für Seniorenklub Stille Straße

Das Telefon in der Stillen Straße 10 ist vom Bezirksamt Pankow abgestellt worden: Seit dem 1. Juli ist das Haus offiziell nicht mehr als Freizeitstätte in Betrieb. Doch die Nutzer/innen verlassen das Haus nicht, bleiben vielmehr jede Nacht. „Dieses Haus ist besetzt. Wir bleiben Alle!“ Nun haben sie eine Petition eingereicht, um Druck auf die zuständigen Bezirksstadträte und die BVV auszuüben, damit die Schließung des Hauses zurück genommen wird. Die Stille Straße soll weiterhin der Lebensmittelpunkt von rund dreihundert Senior/innen bleiben können.

Pankower, Berliner, alle: Bitte helfen Sie uns! Die Seniorenbegegnungsstätte Stille Straße 10 sendet einen lauten Ruf in die Öffentlichkeit! Wir lassen uns nicht einsparen und nicht zwangsweise verteilen!

Die Petition „Senioreneinrichtung in der Stille Straße muss bleiben!“ unterzeichnen.

Was bedeutet der Seniorenklub für die Besetzer/innen? Schaut euch dieses Video an:

Wohnungsknappheit und soziale Benachteiligung

Die neue Ausgabe des MieterEchos hat als Schwerpunktthema „Diskriminierung und Benachteiligung auf dem Wohnungsmarkt“. Es geht also darum, wie gesellschaftliche Gruppen, die ohnehin benachteiligt werden, durch die Knappheit auf dem Wohnungsmarkt zusätzliche Ausgrenzung erfahren und – weit mehr als andere Gruppen – bei Wohnungssuche eingeschränkt werden.

Am Beispiel von Nord-Neukölln wird zudem erläutert, wie sich der Wettbewerb um die relativ günstigen Wohnungen darstellt, von denen es immer weniger gibt. „Die ganz Armen konkurrieren mit den etwas weniger Armen um den knappen Wohnraum“, fasst dies Sigmar Gude vom Stadtforschungsbüro Topos in einem Interview zusammen.

Das MieterEcho Nr. 355 als PDF-Dokument (5,7 MB)