Entmietung brutal – Ohnmacht inklusive

Das ARD-Magzin „Report aus Mainz“ hat einen umfangreichen Bericht über Vermieter-Machenschaften gesendet, die darauf zielen, die bisherigen Mieter/innen loszuwerden und die Wohnungen entweder deutlich teurer an solventere Wohnungssuchende zu vermieten oder gar als Eigentumswohnungen schnell zu viel Geld zu machen. Für beide Fälle gilt: Es ist viel Geld damit zu machen, die Altmieter rauszuekeln und eine leere Wohnung an den Markt bringen zu können.

„Entmietung brutal – Vermieter schaffen Platz für Wohlhabende“ heißt der Bericht. Er zielt auf eine Skandalisierung dieser Machenschaften, hat allerdings einen problematischen Beigeschmack: Er führt die Ohnmacht zahlreicher Betroffener angesichts der vermieterseitigen Schikanen vor – und macht damit vor allem Angst unter all jenen Mieter/innen, die es auch treffen könnte.

Um so mehr ist das in der selben Sendung entstandene Gespräch mit dem Autoren des Berichts zu empfehlen. Hier werden die schikanösen Praktiken nicht nur in aktuelle finanz- und krisenkapitalistische Zusammenhänge eingeordnet, sondern auch wichtige Tipps für betroffene Mieter/innen genannt. Einige fehlen dabei allerdings, die besonders gut gegen Ohnmachtsgefühle wirksam sind:

  1. Sich einer Rechtsschutzversicherung in mietrechtlichen Fragen zu vergewissern, am besten über die Mitgliedschaft in einer vertrauenswürdigen Mieterorganisation.
  2. Mit möglichst vielen Nachbar/innen in Kontakt stehen, sich untereinander beraten und gemeinsam handeln.
  3. Selbst aktiv werden, z.B, in einer lokalen Stadtteilinititiave, um Druck zu machen für eine andere Wohnungs- und Stadtpolitik, für ein Recht auf Stadt für Alle.