Was wir von Kotti & Co lernen können

Wissenschaftler/innen, die sich mit Migration, Einwanderungspolitik, strukturellem Rassismus und dem Integrationsdiskurs befassen, haben ein Statement verfasst, warum sie Kotti & Co., die Mietergemeinschaft am südlichen Kottbusser Tor und ihre Protest- und Kommunikationsformen, für etwas ganz Besonders und Beispielgebendes für die Stadt Berlin halten.

Und dies nicht vorrangig wegen des alarmierenden Mieten-Themas, sondern wegen der integrativen Kraft, die in der politischen Vorgehensweise von Kotti & Co. liege.

Kotti und Co haben angefangen, ihre Situation in die Hand zu nehmen, sich zu informieren, zu verstehen, was bei ihnen und anderswo vor sich geht. Sie tun dies, in dem sie ihren Protest auf die Plätze tragen und uns zum Tee einladen. Sie tun dies, in dem sie – wenn nötig – jeden Samstag Lärmdemos veranstalten. Am Kotti Gecekondu herrscht eine offene Atmosphäre, alle sind eingeladen, sich zu unterhalten, sich zu beteiligen, auszutauschen, ihren eigenen Protest zu formulieren.

Die Proteste von Kotti und Co handeln von einem Berlin als demokratische Stadt. Einer Stadt, die sich alle leisten können, einer Stadt, die kein Ghetto für Reiche wird. Wo unterschiedlichste Menschen in den Innenstadtbezirken zusammenleben können und Wohnraum bezahlbar bleibt. Das, was nicht nur die vielen TouristInnen in unsere Bezirke lockt, werden wir verlieren, wenn wir nicht das unterstützen, womit Kotti und Co jetzt angefangen haben.

Zum Text „Wissenschaftler*innen für Kotti & Co – Ein Angebot, das wir nicht ausschlagen können“.