Dramatischer Anstieg bei Berliner Angebotsmieten

Das weltweit aktive Immobilien-Unternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) erstellt halbjährliche Untersuchungen der Angebotsmieten verschiedener Städte. Das neue „Residential City Profile“ für Berlin stellt eine 13,1-prozentige Steigerung bei den Angebotsmieten für Berliner Wohnungen fest – innerhalb eines Jahres. Das ist die höchste Steigerungsrate der untersuchten Städte in der BRD.

Der teuerste Bezirk ist (auf den Median bezogen, der die Zahl der Angebote in zwei Hälften teilt) Charlottenburg-Wilmersdorf (8,90€), gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg (8,55€), Mitte (8,05€) und Pankow (8,00€). Die höchste Steigerung wurde für Reinickendorf festgestellt (17,9%) – was sicherlich mit der erwarteten Flughafen-Schließung zusammen hängt –, gefolgt von Mitte (13,9%), Friedrichshain-Kreuzberg (12,8% und Pankow (12,7%). Der Bericht hebt im Textteil hervor, dass im nördlichen Neukölln (anders als im Gesamtbezirk) ebenfalls zweistellige Steigerungsraten vorlägen.

Der Median liegt berlinweit bei den Angebotsmieten bei 7,40€ (1. Halbj. 2011: 6,55€), das arithmetische Mittel bei 8,05€ (1. Halbj. 2011: 7,25€). Beim Median ergibt sich die oben genannte Steigerung von 13,1%, während es beim arithmetischen Mittel 10,8% sind. Das kann so gedeutet werden, dass es nicht mehr Preisausschläge nach oben sind, die den Durchschnitt nach oben treiben, sondern gerade ein Anstieg bei der Masse der niedrigeren und mittleren Mieten.

Presse-Info von JLL // Berlin Residential City Profile – 1. Halbjahr 2012

Die enorme Steigerungsrate, die JLL feststellt, bezieht sich auf die Angebotsmieten, sie liegen damit vermutlich oberhalb der tatsächlich abgeschlossenen Mieten – das ist Spekulation, gewiss – und sicherlich ein gutes Stück oberhalb der Bestandsmieten. Wir können uns aber vorstellen, welche Mietsprünge nun in den nächsten Berliner Mietspiegel eingehen werden und was das wiederum für Auswirkungen auf die Mieterhöhungen im kommenden Jahr haben dürfte…