Das Miethaus als Gelddruckmaschine

Das Hausprojekt Wax34 in der Willibald-Alexis-Straße 34 im Kreuzberger Chamissokiez seziert sehr anschaulich, wie aus einem Haus wie dem ihrigen, das zuvor noch in kommunalem Besitz der Gewobag gewesen war, unglaubliche Profite herausgepresst werden können:

Im Rahmen des Privatisierungs-Feldzuges des rot-roten Senats verkaufte die Gewobag das Haus 2004 für 600.000 €. Sechs Jahre später, in denen kein Penny ins Haus investiert worden war, wechselte es bereits für 1,2 Mio. € den Besitzer. Seitdem wird es scheibchenweise in Form von Eigentumswohnungen weiterverkauft, die Altmieter/innen zum Auszug gedrängt. Rechnet man die Preise der Wohnungen zusammen, ergibt sich ein Gesamtkaufpreis von 3,1 Mio. €.

Wer bezahlt diese Profitmargen? Da nur ein kleinerer Teil der Eigentumswohnungen von den Eigentümern selbst zum Wohnen genutzt wird, ist die Antwort klar: Die Mieter/innen. Kein Wunder, dass Wohnunsgmarktstudien zuweilen zweistellige Mietsteigerungsraten pro Jahr feststellen.

Warum aber ist dies überhaupt möglich? Die Privatisierungswelle des schwarz-roten und des rot-roten Senats hat große Mengen von Wohnungen zu handelbarem Gut gemacht, die es vorher nicht waren. Letztendlich ist es jedoch der Wohnungsmangel infolge von 15 neoliberalen Jahren ohne aktive Wohnungspolitik, die derartige Profitraten erst durchsetzbar machen. Dank SPD, CDU und PDS/Linkpartei.

Hier nun die knappe Darstellung der Geschehnisse der Wax34:


Wax 34: die Spekulation geht in die nächste Runde, der Widerstand auch – Wir bleiben Alle!

Unser Haus – die Wax 34 – ist und bleibt ein Paradebeispiel, wie ein Gesicht der Verwertung und Verdrängung in Berlin aussieht:

  • 1981 – besetzt – Protest gegen Leerstand, Luxusmodernisierung und Abriss
  • 1985 – Mietverträge mit der Eigentümergesellschaft, der GEWOBAG
  • 2004 – Privatisierung und Verkauf der Wax 34 an CITEC/SIAG für 600 000 €, ab Privatisierung kaum noch Mängelbeseitigung in den Wohnungen und keinerlei Instandsetzung des Hauses, drei verschiedene Hausverwaltungen
  • 2010 – Weiterverkauf des Hauses an MS-Immobilien, Willibald-Alexis- Strasse 34 Grundbesitz GmbH&Co.KG, für 1,25 Mil.€, beginnende Umwandlung der Miet- in Eigentumswohnungen, die Verdrängung läuft an:
    Rauskaufversuche durch die Firma „PRO SOLUTA“,Androhungen von Kündigungen, fristlose Kündigung, Räumungsklage, keinerlei Mängelbeseitigung in den Wohnungen, die erste Ferienwohnung im Haus, Mieterhöhungen, Wohnungsbesichtigungen, zwei verschiedene Hausverwaltungen, zuerst FORMAT HV, aktuell Oliver Rohr GmbH
  • 2012 – acht Wohneinheiten sind an Einzeleigentümer inzwischen verkauft, laut der Angebotspreise im Internet einsehbar: etwa 1,5 Mil.€ Einnahme

Und was erfahren wir aus dem Internet? Die Mehrheitseigentümer MS-Immobilien sind dabei, den Restkuchen von 10 vermieteten Wohnungen und einer Gewerbeeinheit im Paket für 1,6. Mil. € los zu werden.
Dann werden sie nach zwei Jahren etwa 3,1 Mil. € eingenommen haben, bei 1,25 Mil. Kaufpreis 2010.
Und dann sind die Mehrheitseigentümer weg und die nächste Spekulationsrunde und die nächsten Schikanen gehen weiter. Seit Jahren wird in die Wax 34 nichts substanziell hinein gesteckt; nur das gemacht, was den Verkauf aufwertet. Seid Jahren wird Geld heraus gezogen und versucht, ein Haus zu entmieten. Und die neuen Einzeleigentümer spielen dieses Spiel mit.

Und erst recht die politischen Entscheidungsträger, die die Rahmenbedingungen für die Spekulationen und Vedrängungen vorgeben und diese Prozesse ja permanent begrüßen.

In der Wax 34 ist in acht Jahren die Wertsumme von 600 000 € auf 3,1. Mil.€ gestiegen.
Darum geht es im Haus, in den Häusern, in den Strassen, in den Stadtteilen, in der Stadt, im Land, in vielen anderen Ländern:

Die ständige Bereicherung Weniger auf Kosten Vieler!

Grundbedürfnisse dürfen keiner Spekulationslogik unterliegen!

Schließen wir uns zusammen – WAX PAX – Wax 34 Hausprojekt


1 Antwort auf „Das Miethaus als Gelddruckmaschine“


  1. 1 AN DIE TAFEL! – Der tägliche Futurberlin-Medienspiegel … heute mit Schöneweide, Gropiusstadt und Spree | F u t u r b e r l i n Pingback am 15. September 2012 um 18:16 Uhr
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