Archiv für November 2012

Potsdamer Heidesiedlung gegen Privatisierung

Die Potsdamer Bewohnerinitiative „Heidesiedlung – Wir bleiben Alle“ wurde von betroffenen Mieter/innen gegründet, weil die städtische Gewoba ihren um 1930 erbauten unsanierten Wohnblock (90 Wohnungen, davon nur 60 vermietet) verkaufen will. Hier ist eine Erklärung, die sie zur öffentlichen Darstellung ihres Problems und zum Protest dagegen verfasst haben:

Wir lassen uns nicht verkaufen – eine Erklärung an die Stadt Potsdam

Folgt man der Eigendarstellung der Pro Potsdam auf ihrer Internetseite, so verpflichtet sich das städtische Unternehmen als “führende(r) Dienstleister für die Themen Stadtsanierung und -entwicklung, Wohnen und Wohnungsfürsorge” der Förderung des “sozialen Zusammenhalts in den Wohngebieten”, der “Partizipation von Bewohnern” und möchte mit “Verständnis für die Lebenssituationen (ihrer) Mieter” deren “Bedürfnisse (…) erkennen und in (ihrem) Handeln berücksichtigen”. Mit ihrem ursprünglich als “Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH” gegründetem Tochterunternehmen GEWOBA stellt man sich der Verantwortung, so in den eigenen Werbefilmen dargestellt, “Mietsteigerungen auf dem (knappen) Wohnungsmarkt” entgegen zu stellen.

Wir fragen uns nun, wie die geplante Veräußerung des Wohnblocks “am Findling” mit diesen selbst gesetzten Zielen in Einklang gebracht werden kann? Dass die Privatisierung von fast 100 Wohnungen ohne Mietpreisbindung dem Trend zu immer knapper werdenden bezahlbarem Wohnraum entgegensteuern soll, ist schwer nachvollziehbar. Das Unternehmen begründet dieses Vorhaben mit Argumenten der “langfristigen Wirtschaftsplanungen”, um Zielvorgaben der Stadt Potsdam zu erfüllen. Wir fragen uns nun, ob die Notwendigkeit der Sanierung der Heidesiedlung, an der nach eigenen Angaben seit 1930 keine Sanierungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen mehr durchgeführt wurden, nicht bereits seit längerer Zeit absehbar war, so dass eine solche in die Haushaltsplanungen mit einfließen konnten? Wird nur der Wohnblock am Findling verkauft, oder droht eben diese Gefahr auch vergleichbaren Objekten wie der Behlertstrasse oder den Wohnblöcken auf dem Brauhausberg?

Wir sehen in diesem Zusammenhang die Stadt Potsdam in der Pflicht, den durch Jann Jakobs im Zuge der Mietenstopp-Demonstration am 2.6.2012 gemachten Versprechungen wie “bezahlbarer Wohnraum für Jedermann in der Stadt” gerecht zu werden und der dafür verantwortlichen Pro Potsdam Mittel zur Verfügung zu stellen, die sie benötigt, um diesen Aufgaben nachzukommen.

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Zwangsräumung: Offener Brief an André Franell

Unterstützer_innengruppe gegen Zwangsräumungen

Pressemitteilung vom 8.11.2012:

Nach der erfolgreich verhinderten Zwangsräumung am Montag, den 22.10.2012 schreibt die Unterstützer_innengruppe gegen Zwangsräumungen einen offenen Brief an den Eigentümer der Lausitzer Str. 8, André Franell.

In dem Brief äußert die Unterstützer_innengruppe ihr Unverständnis über die harte Haltung Franells in der Sache der Zwangsräumung, da er eine Stiftung unterhält (http://franell-stiftung.de), die u.a. Menschen helfen will, die „… einfach aus Ihren Häusern vertrieben worden (sind)“.

Sie fordert den Eigentümer auf, eine weitere Eskalation des Konfliktes zu verhindern indem er die Kündigung zurücknimmt, da auch ein weiterer Räumungsversuch angesichts der überwältigenden Solidarität der Nachbarschaft sowie unzähliger Mieterinitiativen in der ganzen Stadt erfolglos bleiben wird.

Mit freundliche Grüßen
Unterstützer_innengruppe gegen Zwangsräumungen

Zum offenen Brief (auf dem Blog von Zwangsumzüge verhindern)

Appell an verantwortungsvolle Neumieter/innen

Im Neuköllner Kiez rund um die Flughafenstraße fand der Nachrichten aus Nord-Neukölln-Blog diese Aushänge:

Moabit: Treffpunkt zur Demo am Samstag

„Wem gehört Moabit?“ lädt alle Moabiter/innen dazu ein, am Samstag gemeinsam zur Demo gegen hohe Mieten und Verdrängung zu fahren. Treffpunkt ist um 15 Uhr am U-Bahnhof Turmstraße (am mittleren Eingang oben).

Stadtvernetzt am Sonntag

Am Sonntag ist das nächste Vernetzungstreffen der Kiezinitiativen. Themen werden voraussichtlich sein:

  • Was passiert in den Kiezen?
  • Aktueller Stand und Unterstützung der Verhinderung von Zwangsräumungen
  • Mieterhöhungen der städtischen Wohnungsunternehmen – was tun?

Sonntag, 11. November um 14 Uhr
NewYorck im Bethanien-Südflügel, Mariannenplatz 2a