Muss man „Hilfe“ annehmen, die nicht hilft?

Sehr lesenswert: Der Beitrag Sozialindustrie 1: Wollte Rosemarie Fliess “sich nicht helfen lassen”? des Wohnstreik-Blogs. Hier nur ein kleiner Auszug:

Die Tatsache, daß es “Hilfsabgebote” gab, mindert scheinbar die Verantwortung der Behörden. Ob diese “Angebote” Frau Fliess tatsächlich hätten helfen können, spielt offensichtlich eine untergeordnete Rolle. (…)

Laut taz bestand die angebotene “Hilfe” der Behörden darin, daß der sozialpsychiatrische Dienst versuchte, mit Rosemarie Fliess Kontakt aufzunehmen.
Diese hatte jedoch ursprünglich kein “sozialpsychiatrisches” Problem, sondern ihr Problem wurde von einer Vermieterin verursacht, die sie raushaben wollte. Von einer sozialpsychiatrischen Betreuung kann ein solches Problem eher weniger weggehen, es sei denn, man hätte mal Frau Hartig sozialpsychiatrisch beraten.

Sondern gegen diese Art Problem können zum Beispiel helfen: Gerichte, Geld, die Kampagne gegen Zwangsräumung.
Die Gerichte haben auch dann letztlich nicht geholfen, als sie doch noch eingeschaltet wurden.
Geld, das von Sozialstadtrat Höhne persönlich zugesagt wurde, wollte die Vermieterin nicht im Austausch für eine Fortsetzung des Mietverhältnisses annehmen, und die Kampagne gegen Zwangsräumung hat getan, was sie konnte.

All diese Hilfe war Frau Fliess auch bereit, anzunehmen. Diese Hilfe war darauf gerichtet, oder hätte es sein sollen, ihr Weiterleben in der eigenen Wohnung zu sichern. Alles andere wäre offenbar keine Hilfe für sie gewesen und rechtfertigt daher tatsächlich nicht die Vorhaltung, Frau Fliess hätte keine Hilfe annehmen wollen. Sofern halt Tatsachen eine Rolle spielen.