Weiter zunehmende Wohnungsknappheit

Wie das Landesamt für Statistik meldet, sind im Jahr 2012 in Berlin 5.417 neue Wohnungen gebaut worden (immerhin 926 mehr als im Vorjahr).

Doch was bedeutet diese Zahl, wenn die Stadt im gleichen Jahr um 42.500 Einwohner_innen gewachsen ist? Eine Wohnung für 8 Personen. Oder, wenn man realistischer davon ausgeht, dass durchschnittlich zwei Personen in einer Wohnung leben, ein zusätzlicher Mangel von 31.600 15.800 Wohnungen.

Wir können davon ausgehen, dass es dieser wachsende Mangel ist, der die Mieten in Berlin hochtreibt. Aber nicht allein – bei kleineren, günstigen und innenstadtnah gelegenen Mietwohnungen ist davon auszugehen, dass der Mangel anteilig sehr viel höher ist und dass hier deswegen die Mieten weit überproportional steigen.

Kleinere, günstigere Mietwohnungen sind jene, die in Mehrfamilienhäusern zu erwarten sind. Doch gerade in dieser Sparte wurden nur knapp 2.200 neue Wohnungen gebaut, und hier war der Anstieg gegenüber dem Vorjahr auch nur minimal. Und selbst in dieser Sparte wissen wir bei einem Blick auf die üblichen Bauwerbeschilder: Die meisten Neubauwohnungen sind allenfalls für die gehobene Mittelschicht bezahlbar.

Die amtliche Neubaustatistik weist nicht aus, wieviele Wohnungen durch städtische Wohnungsunternehmen gebaut worden, wahrscheinlich weil es sich nicht lohnt, dafür die kläglichen Zahlen (oder Nullen) aufzulisten.

Weiterhin wären günstige Neubauwohnungen nur durch öffentliche Förderung denkbar. Die Senatsparteien versuchen sich zwar seit einigen Monaten gegenseitig durch angestrebte Neubauzahlen zu übertreffen, doch niemand wagt es, die zu erwartenden Miethöhen oder gar angestrebte Miethöhen in den Mund zu nehmen. Und so lange dies so bleibt, wissen wir, dass es keine Linderung geben wird bei den dringend benötigten günstigen Mietwohnungen.