Druckfrisch und schon veraltet – Der Mietenspiegel 2013

„Die Mieten steigen langsamer in Berlin“ oder „Mietanstieg niedriger als erwartet“ heißt es kurz nach Erscheinen des Mietenspiegels 2013 in
der Presse. Um sechs Prozent sollen die Mieten in den beiden letzten Jahren durchschnittlich gestiegen sein, beim letzten Mietenspiegel im Jahr 2011 waren es noch acht. Senator Müller spricht von einem Mietniveau wie in Essen oder Greifswald. Ein näherer Blick auf die Daten der eigenen Erhebung entlarvt diese Angaben als eine Mischung von Beschwichtigung, Halbwahrheiten und offenkundigen Lügen.
Insbesondere die Mieten der kleinen Altbauwohnungen in den so genannten einfachen Wohnlagen haben sich extrem erhöht. Nach den für die Eigentümer_innen
von modernisierten Wohnungen besonders interessanten oberen Spannenwerten liegt die Steigerung bei bis zu 20 %. Mieterhöhungen auf Nettokaltmieten von mehr als 8 EUR/m² werden damit möglich. Der Mietenspiegel ist also nichts anderes als das Abbild der gerade in diesen Lagen erfolgten Modernisierungen mit Mieterhöhung und
Vertreibung der Mieter_innen.
Der Mietenspiegel ist druckfrisch, dennoch sagt er nur wenig über das allgemeine Mietniveau und die künftige Mietentwicklung aus. Bei neuen Verträgen findet er keine Anwendung. Die Mieten können hier „frei vereinbart“ werden. Und dass bei einem Vertragsabschluss kräftige Aufschläge verlangt werden, kann nicht nur jede_r Wohnungssuchende bestätigen. Nettokaltmieten von 10 EUR/m² und mehr sind in den Innenstadtbezirken eher die Regel als die Ausnahme. Die Mieten steigen
und steigen und steigen und begründen so die Erhöhung beim nächsten Mietenspiegel.
Daran wird sich auch künftig nichts ohne Interventionen und die Aktionen einer Mieter_innen-Bewegung ändern. Es bleibt zu hoffen, dass in der nächsten Zeit der öffentliche Druck zunehmen wird.


2 Antworten auf „Druckfrisch und schon veraltet – Der Mietenspiegel 2013“


  1. 1 G-rundsätzlich S-innloser W-ucher 03. Juni 2013 um 22:53 Uhr

    Das habe ich heute gefunden :

    Hauptversammlung der GSW Immobilien AG am
    18. Juni im Ludwig-Erhard-Haus, Fasanenstraße 85

  1. 1 Mietspiegel-Broschüre der WBA-Kampagne « Steigende Mieten stoppen! Pingback am 08. Juni 2013 um 18:21 Uhr
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