Archiv für Mai 2013

Spekulativer Leerstand – ein Beispiel

Vom gestrigen Donnerstag ist dieser Bericht aus der RBB-Abendschau über den massenhaften Wohnungsleerstand in der eigentlich sehr beliebten Wohnanlage Riehmers Hofgarten. Die Wohnungen werden von den Eigentümern schlicht und einfach nicht vermietet, weil sie als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen und leer mehr Profit einbringen als bewohnt. Ein seltsamer Effekt, während die Nachfrage nach Wohnraum steigt und deswegen der Leerstand in Berlin sehr stark sinkt, lohnt sich gleichzeitig der spekulative Leerstand aufgrund zu erwartender Gewinnsteigerungen um so mehr. Zulasten der Menschen, die dringend eine Mietwohnung suchen.

Weiter zunehmende Wohnungsknappheit

Wie das Landesamt für Statistik meldet, sind im Jahr 2012 in Berlin 5.417 neue Wohnungen gebaut worden (immerhin 926 mehr als im Vorjahr).

Doch was bedeutet diese Zahl, wenn die Stadt im gleichen Jahr um 42.500 Einwohner_innen gewachsen ist? Eine Wohnung für 8 Personen. Oder, wenn man realistischer davon ausgeht, dass durchschnittlich zwei Personen in einer Wohnung leben, ein zusätzlicher Mangel von 31.600 15.800 Wohnungen.

Wir können davon ausgehen, dass es dieser wachsende Mangel ist, der die Mieten in Berlin hochtreibt. Aber nicht allein – bei kleineren, günstigen und innenstadtnah gelegenen Mietwohnungen ist davon auszugehen, dass der Mangel anteilig sehr viel höher ist und dass hier deswegen die Mieten weit überproportional steigen.

Kleinere, günstigere Mietwohnungen sind jene, die in Mehrfamilienhäusern zu erwarten sind. Doch gerade in dieser Sparte wurden nur knapp 2.200 neue Wohnungen gebaut, und hier war der Anstieg gegenüber dem Vorjahr auch nur minimal. Und selbst in dieser Sparte wissen wir bei einem Blick auf die üblichen Bauwerbeschilder: Die meisten Neubauwohnungen sind allenfalls für die gehobene Mittelschicht bezahlbar.

Die amtliche Neubaustatistik weist nicht aus, wieviele Wohnungen durch städtische Wohnungsunternehmen gebaut worden, wahrscheinlich weil es sich nicht lohnt, dafür die kläglichen Zahlen (oder Nullen) aufzulisten.

Weiterhin wären günstige Neubauwohnungen nur durch öffentliche Förderung denkbar. Die Senatsparteien versuchen sich zwar seit einigen Monaten gegenseitig durch angestrebte Neubauzahlen zu übertreffen, doch niemand wagt es, die zu erwartenden Miethöhen oder gar angestrebte Miethöhen in den Mund zu nehmen. Und so lange dies so bleibt, wissen wir, dass es keine Linderung geben wird bei den dringend benötigten günstigen Mietwohnungen.

Kommenden Samstag wieder Kotti-Lärmdemo

Gegen steigende Mieten, Verdrängung, sinkende Löhne, Zwangsräumung, Rassismus und verfehlte Wohnungspolitik. Und ein Recht auf Stadt für alle!

Kotti&Co.-​Lärm­de­mo: Die Miete ist zu hoch – Kira çok yük­sek!
Samstag, 18. Mai
14 Uhr ab Kottbusser Tor

Angesprochen sind alle, die nicht mehr wissen wie sie ihre Miete bezahlen sollen, alle, deren Nachbar_innen schon wegziehen mussten bzw. zwangsgeräumt worden sind, alle, die keine neue Wohnung finden, alle, deren Betriebskosten zu hoch sind, alle, die von Modernisierung oder Abriss bedroht sind, alle, die von den Jobcentern aufgefordert sind, die “Kosten der Unterkunft” zu senken, alle, die wissen, dass man in manchen Teilen Berlins wieder Jahrzehnte braucht um die Deutschen zu integrieren, alle, deren Renten zu klein sind, alle, die schon immer hier leben, alle, die hier ihre Heimat gefunden haben und die Berlin (Kreuzberg) zu dem gemacht haben. Ihr Alle. Und eure Familien und Freunde_innen.

Es ist eine Lärmdemo. Bringt Kochtöpfe und Trillerpfeifen mit!!

Eigentümer erschrecken in Nikolassee

EigentümerInnen-Besuchs-Demo
Sa. // 11. Mai // 17 Uhr // S-Bhf. Nikolassee

Gemeinsam gegen Verdrängung! Rote Karte für Immobilienspekulanten!

Am Samstag wollen wir in Nikolassee die Eigentümer_innen besuchen, die unsere Freund_innen aus ihren Häusern und Wohnungen verdrängen wollen. Frank Wadler will die Leute aus dem politischen Wohnprojekt Linie 206 in Mitte vertreiben und Thomas Wolter unseren Freund Andre M. aus seiner Wohnung in Kreuzberg. Da wird aber nix draus. Aus den Häusern und Wohnungen unserer Freund_innen ist kein Profit zu schlagen.

Um das den Eigentümer_innen klar zu machen, wollen wir sie gemeinsam besuchen. Bisher sind Freund_innen und Unterstützer_innen der Linie 206, Unterstützer_innen vom Bündnis „Zwangsräumung verhindern“ für Andre M. und die Ultras vom SV Babelsberg 03 dabei. Und was ist mit dir? Sei solidarisch, sei dabei!

Der Kauf der Linie 206 war eine Fehlschuss, die Kündigung von Andre M. ein Eigentor. Rote Karte für Immobilienspekulanten! Am Samstag auf zur Demo nach Nikolassee!

Hintergrund-Infos hier
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