Archiv für Juni 2013

Keine Profite mit der Miete – die Stadt gehört allen !?

Vom 22. bis 29. Juni wird in derzeit 11 Städten eine bundesweite Aktionswoche gegen steigenden Mieten, Verdrängung, Verarmung und Zwangsräumung, kurzum: den ganzen kapitalistischen Wahnsinn, durchgeführt. Auch in Berlin beteiligen sich zahlreiche Projekte, Mieter- und Stadtteilinitiaven mit Demonstrationen, Konzerten, Veranstaltungen und Lesungen (siehe hierzu auch Termine ).

Die Mieten in vielen Städten explodieren, unkommerzielle Projekte wie soziale Zentren, Jugendclubs, besetze Häuser oder Bauwagenplätze sind bedroht. Menschen, die sich die hohen Mieten nicht leisten können oder wollen, werden aus den Innenstädten verdrängt, die soziale Ungerechtigkeit nimmt weiter zu. Auch in schrumpfenden Regionen verschlechtert sich die Lage der MieterInnen: Investitionen in Wohnungen und sonstige Infrastruktur „lohnen“ sich dort nicht mehr und bleiben deshalb aus.Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus immer schon als lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne Krisen nicht auskommt. In er aktuellen Immobilien- und Finanzkrise haben deutsche Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“. Geld lässt sich dort nicht nur sicher „parken“. Wo Mietsteigerungspotential ist, lockt auch Profit. Das hat zur Folge, dass für die Mieter_innen die Lebenshaltungskosten stark steigen und sie immer häufiger unfreiwillig ihre Wohnung verlassen müssen. Dass für sie ihr Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat in dieser Rechnung keinen Platz.Die Politik hat die zunehmende Wohnungsnot lange geleugnet und stattdessen öffentliche Wohnungsbestände privatisiert. Das Mietrecht wurde noch dieses Jahr verschärft. Die (Innen)städte werden von den Verantwortlichen gezielt „aufgewertet“. Sie sind nicht mehr Orte zum Wohnen, zum Begegnen und zur Kommunikation, sondern „Standorte“ in der kapitalistischen Konkurrenz um Investoren, kaufkräftige TouristInnen und Co. Wer nicht zahlen kann, muss weg. Zum Weiterlesen Bundesweite Aktionswoche „Kein Profit mit der Miete – die Stadt gehört allen“.

„Ihr werdet hier sowieso nicht bauen“

Am 19. Juni fand die Vorstellung der Planung für die Cuvry-Brache statt, bezeichender Weise in einem Zirkus. Dass diese Veranstaltung zu einem Desaster für Investoren und Senatsverwaltung geriet, dafür sorgten die zahlreichen Teilnehmer_innen. Wer nicht dabei war, hat etwas versäumt. Daher hier jetzt zum Nachhören und Nachahmen!

Sonntag Kiezspaziergang im Wrangelkiez

Wrangelkiez-Spaziergang gegen hohe Mieten, Verdrängung und Zwangsräumung
Sonntag, 9. Juni
15 Uhr ab Skalitzer- Ecke Wrangelstraße

Wir werden gemeinsam durch den Kiez gehen. NachbarInnen werden von ihren Problemen mit hohen Mieten, Verdrängung und Zwangsräumung erzählen. Aber auch wie sie sich dagegen wehren. Am Ende des Kiezspazierganges wollen wir bei einem Kaffee darüber reden wie wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam wehren können.
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Yüksek kiralara, dışlanmaya ve zorunlu tahliyelere karşı mahalle yürüyüşü
Tarih/saat: Pazar günü 9.6.2013, Saat 15:00 de
Adres: Skalitzerstraße, Wrangelstraße köşesinde

Mahallemizde birlikte yürüyeceğiz. Komşular yüksek kiralar, dışlanma ve zorunlu tahliyeler ile ilgili sorunlarını, ancak bu sorunlara karşı kendilerini ne şekilde savunduklarını da anlatacaklar. Yürüyüş sonunda birlikte kahve içerek birbirimize nasıl destek olabileceğimizi ve bu duruma nasıl karşı koyabileceğimizi konuşacağız.

Wrangelkiez gegen steigende Mieten und Verdrängung. Wir treffen uns jeden 1. Donnerstag im Monat, 19 Uhr im Nachbarschaftshaus e.V., Cuvrystraße 13/14 (Durchgang Falckenstein-/Cuvrystraße). Email: wrangelkiez@riseup.net

Mietspiegel-Broschüre der WBA-Kampagne

Die Broschüre ist kurz vor dem neuen Berliner Mietspiegel erschienen, etwa Mitte Mai. Sie liegt an verschiedenen mehr oder weniger einschlägigen Orten aus und kann hier heruntergeladen werden (2,2 MB):

Wir bleiben Alle – Broschüre 2013

Den Mietspiegel kritisch sehen und weiterkämpfen: gegen hohe Mieten, Verdrängung und Zwangsräumung.

Die vorliegende Broschüre wird anlässlich der Bekanntgabe des Mietspiegels 2013 herausgegeben. Der Mietspiegel wird weiter stark gestiegene Mieten zeigen, die Verdrängung geht weiter. Die Politik begrüßt diese grundsätzliche Entwicklung, spricht von „Wachstum der Stadt“ und startet höchstens kleinere Reformversuche um abzulenken.

Gegen die Verwertung der Stadt setzen sich aber immer mehr Mieterinnen und Mieter zu Wehr. Die Broschüre stellt den gestiegenen Mieten den wachsenden Widerstand entgegen. Mieterinitiativen und stadtpolitische Gruppen aus verschiedenen Bezirken wie Zehlendorf, Friedrichshain, Lichtenberg oder Kreuzberg berichten von ihren Kämpfen und der Situation vor Ort. In der Broschüre wird beleuchtet, was der Mietspiegel überhaupt ist und welche Funktion er hat. Die Broschüre versucht ein Resümee zu ziehen, was in den letzten zwei Jahren nach dem Mietspiegel 2011 alles passiert ist.

Am Ende der Broschüre gibt es einen Versuch, ein Zukunftsszenario für 2015 zu entwerfen. Diese Broschüre soll zur Information dienen: Was passiert? Warum steigen die Mieten? Was tun die ganzen Kiezinitiativen und stadtpolitischen Gruppen und warum tun sie es?

Aber hoffentlich gibt die Broschüre auch Anstöße, selber aktiv zu bleiben bzw. zu werden. Denn auch wenn Verdrängung und steigende Mieten in vollem Gange sind, gibt es einige wichtige Ansätze, wie effektiver Widerstand organisiert werden kann. Die Selbstorganisierung in vielen Kiezen hat sich etabliert und mit der Blockade von Zwangsräumungen ist eine neue Aktionsform aufgetaucht, die für erheblichen Wirbel in der Stadt sorgt. Wir hoffen, dass auch diese Broschüre dazu beitragen wird, dass Verdrängung gestoppt werden kann.

Dabei hilft kein Vertrauen in die Politik, sondern nur die Solidarität zwischen uns Mieterinnen und Mietern. Gemeinsam können wir es schaffen, dass Wohnen keine Ware mehr ist, sondern ein Recht für alle Menschen!

Inhalt

  • Was ist eigentlich der Mietspiegel?
  • Die Besetzung der Schlesischen Str. 25 am Tag der Veröffentlichung des Mietspiegels 2011
  • Die GSW23 Vernetzung – Interview mit MieterInnen aus einigen der 23 Schenkungshäuser
  • Die Mietspiegelbombe tickt
  • Mieten im Thälmannpark
  • Berliner Mieterbeiräte fordern demokratische Mitwirkung am Mietspiegel – Erfahrungsbericht
  • Zwangsräumung verhindern: Ob Nuriye oder Kalle – wir bleiben alle!
  • Energetische Modernisierung: Willkommene Gelegenheit zur erheblichen Steigerung alter Bestandsmieten
  • Nicht ganz auf verlorenem Posten…
  • Die Antwort des Senats ist Neubau
  • Mietspiegel 2015 – Der Versuch in die Zukunft zu blicken
  • Adressen – Widerstand gegen hohe Mieten, Verdrängung und Zwangsräumung

Die Broschüre gibts kostenlos:
NewYorck im Bethanien, Mariannenplatz 2A, 10997 Berlin
Regenbogen-Cafe, Lausitzer Str. 22, 10999 Berlin