Wider den Wahlkampf-Brei

Ihr kennt das vielleicht – im Wahlkampf fühlt man sich irgendwie in eine buntere, vielleicht postmoderne Version des literarischen Klassikers „1984″ versetzt. Statt eines „großen Bruders“ lauter verschiedene Köpfe, sie sollen wohl sowas wie Pluralität vermitteln, doch letztendlich immer der gleiche Neusprech: Die besten Freunde der Arbeitgeberverbände verkünden sinnentleert „sichere Arbeit“, die Erfinder des Niedriglohns geben vor, für sichere Renten einzutreten, blaue-gelbe Stehaufmännchen verteilen die Medizin „mehr Markt, weniger Steuern“ zur Kur dessen, was genau dieses Gebräu angerichtet hat, angebliche Sozialisten beteuern, dass sie nun wirklich die letzten wären, die irgendetwas relevant ändern wollten, und eigentlich will man schon lieber nicht mehr wissen, was die bürgerlich-liberalen Grünen unter „fairen Mieten“ verstehen.

Sie alle verkünden, Fressen-Plakate 2013: Wir sind die MieterInnen!die Interessen der Mieter/innen am besten zu vertreten, dabei wollen sie doch nur möglichst viele Posten abgreifen und zeigen, dass sie würdige Regierungsvertreter abgeben würden. Doch viele Mieter/innen haben längst gemerkt, dass nur sie ihr Interessen wirksam vertreten können. Und echte gesellschaftliche Veränderungen entstehen nun mal durch politischen Druck von unten, durch soziale Bewegung, wenn sich die Betroffenen zusammen tun und organisieren, ihre Sache selbst in die Hand nehmen statt sich nur verwalten zu lassen.

Fressen-Plakate 2013: CDU, Frank Henkel Fressen-Plakate 2013: SPD, Michael Müller
Fressen-Plakate 2013: Grüne, Claudia Roth Fressen-Plakate 2013: Linke, Klaus Lederer

Wo gab’s nochmal die Plakate?
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