Archiv für September 2013

Mietenstopp-Radio vom 17.9. ist im Netz

Die „Wir holen uns den Kiez zurück“-Sendung von Dienstag kann jetzt im Netz nachgehört und heruntergeladen werden. Zu Gast waren Walentin und Ulrich von der Kiezinitiative „Wem gehört Kreuzberg“, die von den Vorbereitungen zur stadtpolitischen Aktionsdemo am 28. September berichtet haben.

Radio-Sendung anhören und/oder herunterladen

Die Demo wird unter dem Motto „Wem gehört Berlin?“ stehen und sich neben dem Thema steigender Mieten, Verdrängung und Zwangsräumungen auch um die desaströsen Kürzungen bei Sozial- und Kulturprojekten, die diskriminierende Lebenssituation von Geflüchteten und das Verschleudern öffentlicher Gelder für un- und größenwahnsinnige Großprojekte drehen. Aber vor allem soll es darum gehen, den vielfältigen Widerstand gegen diese zahlreichen Enteignungen und Ausgrenzungen von oben zum Ausdruck zu bringen.

Dabei ist die Demo Teil eines bundesweiten Aktionstags, zu dem auch in Köln, Hanau, Freiburg, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/Main und Mülheim auf die Straße gerufen wird. Wir wollten schließlich auch wissen, warum eine Kiezinitiative diese Zusammenarbeit sucht und was sie sich davon erhofft.

Zwischendurch hören wir selbstgedichtete und -geschriebene Mietenstopp-Lieder, die Walentin und Ulrich zusammen live im Studio vorgetragen haben. Auf der Demo am 28. September soll es dan noch mehr davon geben.

Kundgebung vor der Kanzlei von Zwangsräumer Dr. Wolfgang Schröder

Am Donnerstag, den 19.9.2013, gab es eine Kundgebung des Bündnisses Zwangsräumung verhindern! vor dem Haus Kurfürstendamm 175, wo der Rechtsanwalt, Notar, Hauseigentümer und Zwangsräumer Wolfgang Schröder sein Büro hat. Er möchte eine vierköpfige Neuköllner Familie auf die Straße setzen, für die das Jobcenter eine geforderte Mieterhöhung zu spät an den Hauseigentümer gezahlt hatte.

Hier ein Videomitschnitt von zwei Redebeiträgen, die die Situation der betroffenen Familie und die Reaktionen des Eigentümers aufzeigen:

Das Bündnis Zwangsräumung verhindern! hatte bereits (erfolglos) das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht und einen Offenen Brief an Bezirks- und Landespolitiker/innen geschickt, um so nach einer Lösung für die betroffene Familie zu suchen. Mittlerweile ging das Bündnis mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.

Material für die Aktionsdemo am 28.9.

Endspurt der Demo-Mobilisierung: Die Flyer und Plakate zur „Wem gehört Berlin?“-Aktionsdemo liegen zum Abholen an folgenden Punkten bereit und warten darauf, weit in der Stadt verteilt zu werden:

Allerlei andere Materialien, wie PDF-Aufrufe, Facebook-Event-Seite, Web-Banner, Sprechblasen zum selber kleben usw. gibt es auf der Wir-bleiben-alle-Seite.

Samstag Kiezspaziergang in Moabit

Kiezspaziergang zu Brennpunkten der Gentrifizierung

Am kommenden Samstag startet der erste Kiezspaziergang des Runden Tischs gegen Gentrifizierung in Moabit. Es werden Brennpunkte der Gentrifizierung im Südlichen Moabit vorgestellt. Häuser, aus denen die bisherigen Mieter_innen ausziehen mussten, weil sie in Eigentumswohnungen aufgeteilt oder modernisiert wurden. Es geht um Beispiele von Vermieterwillkür und Widerstand dagegen. Es geht um Mietsteigerungen wegen Kostenmiete, um Zweckentfremdung oder um Neubauten, die das Viertel verändern.

Der Runde Tisch will auf die Veränderungen in Moabit aufmerksam machen und mithelfen, dass Mieter_innen sich organisieren und ihre Rechte wahrnehmen. Beim Turmstraßenfest war er mit einem Informationsstand präsent und hat dieses Flugblatt verteilt.

Samstag, 21. September
15 Uhr, Treffpunkt Paulstraße 18

(wenn nicht genug Platz ist, auf der gegenüberliegenden Straßenseite)

Die Route in etwa: Paulstraße – Melanchthonstraße – Calvinstraße 21 – Helgoländer Ufer – Thomasiusstraße – Alt-Moabit – Kleiner Tiergarten – Krefelder Straße 22 und 6 – Bundesratsufer – Essener Straße 20a – Dortmunder Straße – (Jagowstraße).

Zwischen Vertreibung und Widerstand

Fünf Jahre hat die Stadtteilinitiative Karla Pappel in Alt-Treptow gekämpft, hat Kiezspaziergänge durchgeführt, die Sitzungen von Baugruppen besucht, Aktionen und Demonstrationen gegen Verdrängung und steigende Verarmung organisiert, mit Nachbarinnen und Nachbarn gegen Mieterhöhungen protestiert und und und … Nach fünf Jahren zieht die Initiative eine ernüchternde Bilanz:

„Der Kiez entwickelt sich für Arme zu einer reinen Katastrophe. Die “Bionadebourgeoisie” nimmt das Viertel in Besitz und macht einen auf Baumscheibenfest – als gäbe es nicht dringenderes. Und vor der LPG steht eine Romafrau, die durch die Chefs des Bioladens immer wieder vom Ausgang verscheucht wird, weil sich die EinkäuferInnen, die mal eben für 100 Euro einkaufen, belästigt fühlen. Die Baugruppengentrifizierer bauen jetzt in der Krüllsstr und im Plänterwald. Die Häuser der Gentrifizierer in der Kiefholzstr. gehen in die letzte Bauphase. Der Inselmarkt plattgemacht. Menschen mit geringem Einkommen, die wir kennen, haben hier keine Chance mehr eine bezahlbare Wohnung zu finden und müssen den Kiez und ihre Freunde verlassen. Die ekelhaften Parteien von CDU bis MLPD – die Spinner von der NPD, die Zyniker von Die Partei, die Besserverdienenden von den Grünen, und der SPD-Filz für A100 und teurere Mieten und die Linkspartei mit ihren 8 Jahren Scheiß-Mietpolitik in der Regierung und FDP, wer war FDP? – jagen nach unseren Stimmen – damit sich auch die nächsten vier Jahre nichts ändert. Und so weiter und sofort …“

Aber Aufgeben iss nich! Jetzt gibt es eine Gelegenheit, ausgiebig über die Irrtümer, Erfolge, Sackgassen, Grenzen, Versäumnisse und Aussichten (selbst-)kritisch zu diskutieren.
Samstag, 21.09.2013 von 15 – 18 Uhr auf dem Workshop der AG SPAK Kreativhaus (Theaterpädagogisches Zentrum und Kultur- und Begegnungsstätte), Studio K, Fischerinsel 3, 10179 Berlin
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