Archiv für Oktober 2013

Saure Ente auf Eigentümersuche

Linienstraße 206 verteidigen: Ente gets angry from Linie 206 verteidigen on Vimeo.

Donnerstag, 31. Ok­to­ber um 11 Uhr
Land­ge­richt Ber­lin Saal 3807, Lit­ten­stra­ße 12-17 (Mitte)

Zur Ge­richts­ver­hand­lung um einen Miet­ver­trag des Haus­pro­jekts Li­ni­en­stra­ße 206 bit­tet das Pro­jekt zur Un­ter­stüt­zung um zahl­rei­ches Er­schei­nen. (Wegen der Ein­lass­kon­trol­len bitte früh­zei­tig er­schei­nen.)

Freitag 9 Uhr: Zwangsräumung in Staaken verhindern

Morgen, am 25. Oktober soll Rainer aus seiner Wohnung im Loschwitzer Weg 27 im Berliner Stadtteil Staaken geräumt werden. Das Bündnis „Zwangsräumungen verhindern!“ ruft dazu auf, diese Räumung zu blockieren. Hinter dem Räumungsurteil stehen die Yp­si­lon ​Lie­gen­schaftsver­wal­tungs GmbH und die Skandal-Richterin Regine Paschke. Begründet wurde das Räumungsurteil damit, dass Rainer Besuch bekomme von seinem straffällig gewordenen Sohn. Rainer bezeichnet die Räumung daher als „Sippenhaft“.

Zwangsräumung von Rainer from ohnepunktundkomma on Vimeo.

Zwangsräumung verhindern!Bereits im Juli hattes es in Staaken Proteste gegen eine angesetzte Räumung gegeben. Diesmal rufen die Mieter-Initiative Staaken und das Bündnis „Zwangsräumung verhindern!“ nicht nur zum Protest sondern zur Verhinderung der Räumung auf.

Freitag, 25. Oktober
9 Uhr im Lo­schwit­zer Weg 27 in Staa­ken
(Span­dau)

Aufruf und Hintergründe, Infos zur Anfahrt per BVG, Stadtplanausschnitte usw. gibt’s beim Bündnis „Zwangsräumung verhindern!“

Heute wieder Mietenstopp-Radio

Sen­dung „Wir holen uns den Kiez zu­rück“ – live aus dem Stu­dio An­sa­ge
Dienstag, 15. Ok­to­ber um 20 Uhr auf 88,4 MHz

Gentrifizierung ist auch für kleine Gewerbetreibende in Friedrichshain nichts Neues. Der letzte Handwerksfleischer in der Boxhagener Straße hat gerade geschlossen, wie auch das La Tienda am Boxhagener Platz – einer der größten und vielfältigsten Läden für fair gehandelte Produkte – und die Fahrradwerkstatt in der Kreutziger Straße gibt es schon seit 22 Jahren. Wie lange hält sie noch durch?

Zu Gast ist die Migrationsbeauftragte des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, die uns aktuelle Informationen zu den interkulturellen Wochen „Interkreuzhain“ geben wird. Außerdem klären wir, was Superheld_innen mit der Linienstraße 206 zu tun haben und wie es bei den juristischen Auseinandersetzungen um das Haus weiter geht.

Update: Die Sendung kann jetzt im Netz nachgehört und heruntergeladen werden.

Dienstag: Wohnungsnöte und -kämpfe in Europa

Wohnen in Europa – geteilte Probleme, gemeinsame Kämpfe

Nicht erst seit der Finanzkrise geht die Schere zwischen arm und reich in vielen europäischen Ländern weiter auseinander. Auf keinem Gebiet ist das so sehr zu spüren wie auf den Wohnungsmärkten. Zwangsräumungen bei gleichzeitigem spekulativem Leerstand, zunehmende Obdachlosigkeit, rasant steigenden Mieten und die Verdrängung der Prekären aus den Innenstädten sind nur die Spitze des Eisberges einer Entwicklung, die immer mehr Menschen betrifft.

Am 19. Oktober 2013 wird zum ersten Mal der europäische Aktionstag Wohnen begangen. Deshalb möchte die Veranstaltung „Wohnen in Europa – geteilte Probleme, gemeinsame Kämpfe“ die europäische Dimension dieser Problematik beleuchten. Wie wirkt sich das europäische autoritäre Austeritätsregime auf die Wohnungsmärkte aus? Welche verschiedenen Kontexte und Kämpfe gibt es? Aber auch: Wo lässt sich der gemeinsame Hintergrund der Entwicklungen finden und wie lassen sich die widerständischen Kämpfe nicht nur zusammen denken, sondern auch gemeinsam führen?

Dienstag, 15. Oktober um 18:30 Uhr
TU Berlin Hauptgebäude, Raum H-0111
Straße des 17. Juni 135
, Charlottenburg

Referent*innen:
Felix Syrovatka: Fragmentierte Wohnungsmärkte im Zeichen europäischer Austeritätspolitik
Inga Jensen: Autoritäre Stadtplanung in Istanbul
Lisa Vollmer: Auswirkungen europäischer Migrationspolitik. Obdachlose Roma-Familien in Berlin
„The City is for All“ aus Budapest

„Die Eigentumsfrage stellen – Stadt übernehmen“

Die militanten und radikalen Linken haben maßgeblich das Thema Gentrifizierung, Mieterhöhung und Verdrängung in Berlin eingebracht. Es hat sich hinsichtlich Armut inhaltlich erweitert. Nach der außerparlamentarischen Mietenstoppdemonstration mit einer Graswurzelmobilisierung in den Stadtteilen entstand der politische Durchbruch, mit dem das Thema gegen jede Leugnung der Parteien in der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wurde und zum Skandalfall wurde. Dass dies von sozialdemokratischen Linken eher negiert wird, ist für uns bedeutungslos – wir müssen uns die Frage stellen, wo die nächsten Akzente zu setzen sind. (…)

Wir schlagen vor, entlang der in einigen Städten bereits laufenden Kampagnen gegen Mieterhöhung, Armut, Luxusprojekten, Großprojekten,Verdrängung, als soziale Kraft präsent zu sein, in Bündnissen als organisierte Kraft aufzutreten und Bündnisse aufzubauen, die diesen Namen auch verdienen. Dabei denken wir an Strukturen, die explizit so aufgebaut sind, dass sie einen außerparlamentarischen Charakter stärken und andererseits Erfahrungen und Austausch mit anderen Strömungen erlauben, die sich einer außerparlamentarischen Perspektive von Kämpfen verbunden fühlen und einem Deal mit den Mächtigen aus aktuellen oder zurückliegenden Erfahrungen kritisch gegenüber stehen. Wir können in solchen Strukturen nicht unsere politischen Kodexe und Attitüden pflegen, sondern müssen daran arbeiten, genau diese zu überwinden, um jenseits identitärer Zuschreibungen tatsächliche Kommunikationen mit anderen Menschen zu ermöglichen. (…)

Stadt als Kampfterrain, Eigentum und Sollbruchstellen

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