Freitag: Stadtteilkämpfe und „Mitmachfalle“

Ob Stuttgart 21 oder Spreeufer-Sonderausschuss, ob Tempelhofer-Feld-Planung oder Bürgerplattform: Sogenannte Bürgerbeteiligung wird heutzutage von oben eingesetzt, um Widerstände zu brechen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Es geht darum, engagierte Bürger/innen in Kleinkram zu verstricken und so die breite Artikulation von grundlegenden Interessensgegensätzen zu verhindern. Was bleibt, ist der medial vermittelte Eindruck, man habe ja „über alles sprechen können“. Über dieses Phänomen hat der Soziologe Thomas Wagner ein Buch geschrieben: „Die Mitmachfalle – Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument“. Er wird am Freitag, den 31. Januar im FAU-Lokal in der Lottumstraße 11 referieren und seine Thesen zur Diskussion stellen, begleitet von Neuköllner Stadtteil-Aktivit_innen: Von der Mit­mach­fal­le bis zur Ver­drän­gung.

Kritische Bürger werden eingeladen, ihre Meinung vorzutragen und Einfluß auf Details zu nehmen, ohne über die maßgeblichen politischen und ökonomischen Bedingungen entscheiden zu dürfen. Auf diese Weise soll die Akzeptanz für das vergrößert werden, was ohnehin geplant ist. Wagner bringt dies so auf den Punkt: »Da einer wachsenden Zahl von Bürgern die pauschale obrigkeitsstaatliche Diffamierung von Protestierenden als Chaoten nicht mehr einleuchten will, werden neue Wege gesucht, um die Profitinteressen privater Unternehmen zu wahren und die Eigentumsverhältnisse zu schützen.« (aus einer Buchbesprechung der jungen Welt)

Freitag, 31. Januar um 19 Uhr
FAU-Lokal, Lottumstraße 11 (Prenzlauer Berg)