Archiv für Januar 2014

„…bis auch ihr es kapiert habt.“


Infos zum Video bei SUB.

„Mitmachfalle“-Radiosendung zum nachhören

Die Sendung „Wir holen uns den Kiez zurück“ vom 21. Januar mit dem Gast Thomas Wagner und dem Thema Vereinnahmung durch Bürgerbeteiligung:

Thomas Wagner wird seine Thesen am 31. Januar um 19 Uhr im FAU-Lokal in der Lottumstraße 11 zur Diskussion stellen. Dazu werden auch Aktivist_innen aus Neuköllner Stadtteilgruppen dabei sein.

Film: Mieter zu verkaufen

Donnerstag, 23. Januar
um 19 Uhr
Sonnenallee 101, Neukölln

»Lokatorzy na sprzedaż« (Mieter zu verkaufen) – ein Dokumentarfilm über die Mieter_innen der Stolarska-Straße in Poznań, Polen (polnisch mit deutschen Untertiteln). Durch ungewöhnliche Taten haben diese sichtbar gemacht, womit sie seit Jahren konfrontiert sind: Banken und Eigentümer ordnen die illegale und gewalttätige Verdrängung aus ihrem Zuhause an und sogenannte Haus-Säuberer führen diese aus.
Die Mieter_innen haben beschlossen, die Hoheit über ihr Wohnhaus zurück zu erobern. So ist die Stolarska-Straße in ganz Polen zum Symbol der Auflehnung gegen die in den staatlichen Strukturen verankerte Wohnmafia geworden.

Die vorherigen Veranstaltungen der Reihe »Wohnen in der Krise. Neoliberalismus – Kämpfe – Perspektiven« sind auf Youtube dokumentiert zu finden. Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe bei der BMG e.V.

Ausblick:
In der nächsten Veranstaltung soll der Blick nach Schweden gerichtet werden mit einem Fokus auf den sozialen kommunalen Wohnungsbau.

Mittwoch zum Mietprozess

Mitt­woch, 22.​ Januar um 11 Uhr
Land­ge­richt Ber­lin, Raum 3807, Lit­ten­stra­ße 12-17 (Mitte)

Miet­pro­zess wegen Kün­di­gung

Wie­der droht Mie­ter_in­nen die Ob­dach­lo­sig­keit. Frau A., 65 Jahre alt und ihr Sohn, 23 Jahre, wohn­haft in der Rei­chen­ber­ger Str. 72a, droht der Ver­lust ihrer Woh­nung, nach­dem sie am Amts­ge­richt ihren Pro­zess gegen ihre Ver­mie­ter ver­lo­ren haben. Jetzt wird über die Be­ru­fung am Land­ge­richt ver­han­delt.

2012 wur­den sie frist­los und frist­ge­recht ge­kün­digt, nach­dem mehr als 2 Mo­nats­mie­ten offen waren. Die­ser Miet­rück­stand ist ei­ner­seits ent­stan­den, als der Sohn eine Aus­bil­dung mach­te und sie we­ni­ger Geld vom Job­Cen­ter be­ka­men. Als dann die Miete von der Bank ver­spä­tet über­wie­sen wurde, da nicht aus­rei­chend Geld auf dem Konto war, kam um­ge­hend die Kün­di­gung.

Das Haus Rei­chen­ber­ger­str. 72a wurde in den letz­ten Jah­ren mehr­mals ver­kauft. Es liegt eine Ab­ge­schlos­sen­heits­er­klä­rung vor, d.h. die Woh­nun­gen kön­nen in Ei­gen­tums­woh­nun­gen um­ge­wan­delt wer­den. Es gibt außer der noch für Kreuz­berg nied­ri­gen Miete also viele Grün­de, warum die Be­sit­zer Frau A. und ihren Sohn, die dort seit 20 Jah­ren woh­nen, gern raus haben möch­ten.

Kommt zahl­reich zum Pro­zess, um Frau A. und ihren Sohn zu un­ter­stüt­zen!

Mietenstopp-Radio zur „Mitmachfalle“

Heute, Dienstag den 21. Januar um 20 Uhr auf 88,4 MHz oder per Stream heißt es wieder „Wir holen uns den Kiez zurück“ im Freien Radio und aus dem Studio Ansage:

Mediaspree, Mauerparkbebauung, Tempelhofer Feld, Stuttgart 21 – der Protest gegen kommerzielle Bauprojekte wird oft von einem Wunsch nach Mitbestimmung durch die Betroffenen begleitet. Doch wo wird Bürgerbeteiligung von Politik und Wirtschaft eingesetzt, um das Ansehen der kritisierten Projekte zu verbessern und dem Protest das Wasser abzugraben? An welchen Punkten verkommt Partizipation zur Vereinnahmung? Wie können wir dem vorbeugen und uns dagegen wehren, der kapitalistischen Stadt einfach nur einen attraktiveren Anstrich zu verpassen?

Zu Gast in unserer Sendung ist der Journalist Thomas Wagner, Autor der Bücher „Demokratie als Mogelpackung“ und „Die Mitmachfalle. Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument“. Er hat sich einige Protestbewegungen angeschaut und verrät uns, wie wir den widerständigen Kern von Initiativen und Kampagnen bewahren können.

Update: Hier ist die Sendung zum Nachhören: