Mittwoch Prozessunterstützung für Kreuzberger Mieterin

Unterstützt eure Nachbarin aus der Manteuffelstraße 89!
Kommt zu ihrem Kün­di­gungs­pro­zess am
Mitt­woch, den 5. Fe­bru­ar um 11:30 Uhr
ins Land­ge­richt in der Lit­ten­stra­ße 12-17 (mitte), Raum 3807!

Für von Zwangs­räu­mung be­trof­fe­ne Mie­te­rIn­nen ist diese So­li­da­ri­tät sehr wich­tig. Die Er­fah­rung zeigt: Rich­te­rIn­nen und An­wäl­tIn­nen ar­bei­ten sorg­fäl­ti­ger und von Zwangs­räu­mung be­droh­te Mie­te­rIn­nen stärkt es den Rü­cken, wenn viele Leute da sind. Und auch die an­we­sen­den Ei­gen­tü­me­rIn­nen sehen, dass ihre Mie­te­rIn­nen nicht al­lein sind und sie nicht alles tun und las­sen kön­nen, was sie wol­len. Denn die Nach­bar­schaft schaut zu und so­li­da­ri­siert sich.

So auch bei Frau W. Sie wohnt seit fast 30 Jah­ren in der Man­teu­f­fel­stra­ße in Kreuz­berg. Erst ge­hör­te das Haus dem Senat, dann wurde es an die lan­des­ei­ge­ne Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft BE­WO­GE ver­schenkt, 2004 wurde es pri­va­ti­siert. Der neue Ei­gen­tü­mer Zeynel Balki ver­trieb na­he­zu alle Alt­mie­te­rIn­nen. Die gleich große Nach­bar­woh­nung kos­tet jetzt das drei­fa­che der Miete, die Frau W. zahlt.

Beim Aus­bau des Dach­ge­schos­ses kam es 2008 zu Schä­den in der Woh­nung von Frau W. In Ab­spra­che mit einem An­walt des Mie­ter­ver­eins min­der­te sie die Miete. Der An­walt soll die Min­de­rung zu hoch an­ge­setzt haben, dies führ­te zu Miet­schul­den, zur Kün­di­gung und zum Räu­mungs­ur­teil. Doch weil das dem Ei­gen­tü­mer noch nicht reich­te, hat er eine Ei­gen­be­darfs­kla­ge hin­ter­her­ge­schickt.

Wir sind em­pört! Folgt nun nach der Pri­va­ti­sie­rung öf­fent­li­cher Woh­nun­gen die Zwangs­räu­mung? Dür­fen Ei­gen­tü­me­rIn­nen ihre ver­mie­te­ten Woh­nun­gen ver­rot­ten las­sen und die letzt­lich selbst­ver­ur­sach­ten Miet­min­de­run­gen als Kün­di­gungs­grund gegen ihre Mie­te­rIn­nen in­stru­men­ta­li­sie­ren um an­schlie­ßend teu­rer neu zu ver­mie­ten?

Nein! Wir haben die Nase voll! Wir las­sen uns nicht wi­der­stands­los rum­schub­sen! Wir wol­len eine an­de­re Stadt und ein selbst­be­stimm­tes Zu­sam­men­le­ben jen­seits von Pro­fit­ma­xi­mie­rung, Ver­wer­tung und Ver­drän­gung!

Die Rich­ter des Land­ge­richts waren am 2. De­zember 2013 in der Woh­nung und haben alle noch sicht­ba­ren Män­gel vor Ort be­sich­tigt. Viele Nach­ba­rIn­nen haben die Orts­be­sich­ti­gung mit einer Kund­ge­bung vor dem Haus be­glei­tet. Der Mie­te­rin hat dies sehr viel Mut ge­macht. Nun wird wei­ter ver­han­delt. Un­ter­stüt­zen wir sie!

Kommt alle zum Pro­zess ins
Land­ge­richt, Lit­ten­straße 12-17 (Mitte), Raum 3807
Mitt­woch, 5. Februar um 11:30 Uhr