Archiv für April 2014

Doku im Kino: Die Mietrebellen

Mie­tre­bel­len: Neuer Dokumentarfilm über Mie­ter_in­nen­wi­der­stand gegen Ver­drän­gung in Ber­lin

Die Mietrebellen

In den letz­ten Jah­ren hat sich die Haupt­stadt ra­sant ver­än­dert. Woh­nun­gen, die lange als un­at­trak­tiv gal­ten, wer­den von An­le­gern als si­che­re Geld­an­la­gen ge­nutzt. Mas­sen­haf­te Um­wand­lun­gen in Ei­gen­tums­woh­nun­gen und Mietstei­ge­run­gen in bis­her un­be­kann­tem Aus­maß wer­den all­täg­lich. Die sicht­ba­ren Mie­ter­pro­tes­te in der schil­lern­den Me­tro­po­le Ber­lin sind eine Re­ak­ti­on auf die zu­neh­mend man­gel­haf­te Ver­sor­gung mit be­zahl­ba­rem Wohn­raum.

Der Film ist ein Ka­lei­do­skop der Mie­ter­kämp­fe in Ber­lin gegen die Ver­drän­gung aus den nach­bar­schaft­li­chen Le­bens­zu­sam­men­hän­gen. Eine Be­set­zung des Ber­li­ner Rat­hau­ses, das Camp am Kott­bus­ser Tor, der or­ga­ni­sier­te Wi­der­stand gegen Zwangs­räu­mun­gen und der Kampf von Rent­nern um ihre al­ters­ge­rech­ten Woh­nun­gen und eine Frei­zeit­stät­te sym­bo­li­sie­ren den neuen Auf­bruch der ur­ba­nen Pro­test­be­we­gung.

Ab dem 24. April wird Mie­tre­bel­len in den Ber­li­ner Kinos Mo­vie­men­to und Licht­blick zu sehen sein, ab Mai auch im Film­rausch­pa­last. Ein­zel­ne Auf­füh­run­gen wird es im Kino Cen­tral und an an­de­ren Orten geben. Alle Infos zu (auch bun­des­wei­ten Vor­füh­rungs-​) Ter­mi­nen gibts auf Die Mie­tre­bel­len oder Die Mie­tre­bel­len auf Face­book.

„Wir sorgen immer noch für Ärger“

Einen schönen (Teil-)Erfolg hat ein Mieter aus der Gleimstraße 52 gegen den stadtbekannten Eigentümer des Hauses errungen. 168 Tage lang war die Wohnung ohne Heizung (siehe auch http://gleim52-berlin.blogspot.de/). Jetzt wurde das Geschäftskonto des Vermieters gepfändet, um die notwendigen Reparaturen durchführen zu lassen

Geldübergabe

Das Ganze hat jedoch noch ein juristisches Nachspiel. Auf Betreiben des Eigentümers soll noch einmal verhandelt werden. Solidarität ist eine Waffe! Unterstützt daher die Mieter beim Prozess.
Donnerstag, d. 17.04.2014 um 10.00 Uhr, Amtsgericht Mitte, Littenstraße, 12-17, 10179 Berlin, Raum 2/2806.

Freitag Zwangs­räu­mung von Wal­de­mar blo­ckie­ren!

Zwangsräumung blockieren
Frei­tag, 4. April 2014, 8:​30 Uhr
Wiss­mann­str. 10, Ber­lin-​Neu­kölln

Am Frei­tag, den 04.​04.​2014, soll Wal­de­mar aus sei­ner Woh­nung ge­räumt wer­den. Er hatte unter der heu­ti­gen ar­beits­markt­po­li­ti­schen Pra­xis zu lei­den. Durch die Sank­ti­ons­pra­xis des Job­cen­ters war es ihm nicht mög­lich die Mie­ten recht­zei­tig zu be­glei­chen. Des­we­gen soll er nun auf die Stra­ße ge­setzt wer­den, ob­wohl er keine Miet­schul­den hat. Das wol­len wir ge­mein­sam ver­hin­dern!

Heute trifft es ihn, mor­gen kann es dich tref­fen!

Be­son­ders Men­schen mit ge­rin­gem Ein­kom­men, Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund und Men­schen, wel­che nicht in die ge­wünsch­te Norm pas­sen, wer­den sys­te­ma­tisch aus der In­nen­stadt ver­drängt. Die Mie­ten stei­gen stän­dig wei­ter und jeden Tag wer­den in Ber­lin 20 Woh­nun­gen ge­walt­sam ge­räumt. Des­we­gen ist es wich­tig, dass wir uns gegen diese Zu­stän­de weh­ren. Das Bünd­nis „Zwangs­räu­mung Ver­hin­dern“ konn­te in den letz­ten Mo­na­ten 15 Räu­mun­gen ab­wen­den. Durch ge­mein­sa­me Be­su­che beim Ver­mie­ter, durch De­mons­tra­tio­nen und Blo­cka­den. Wi­der­stand lohnt sich!

Berlin für alle ?

Die Mieten steigen, Menschen wird der Strom abgeklemmt, das Camp am Oranienplatz ist von einer Räumung bedroht, es kommt immer wieder zu Zwangsräumungen. Die Lebensbedingungen von vielen Leuten in Berlin verschlechtern sich.

Protest!
Aber immer mehr Menschen wehren sich. Am Kottbusser Tor haben Mieterinnen und Mieter zuletzt gemeinsam die Miete gesenkt, gegen Zwangsräumungen gibt es Blockaden, Andere starten Volksbegehren für ein soziales und ökologisches Stadtwerk oder gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes, in vielen Vierteln von Berlin sind Initiativen aktiv und setzen sich für ihre Interessen ein. Eine Sache verbindet die Proteste. Wir wollen ein Berlin, in dem alle Menschen gemeinsam leben können und welches nicht von oben geplant und durchgesetzt wird.

Ratschlag
Nun laden viele verschiedene Initiativen zum Berliner Ratschlag ein. Wir wollen uns austauschen, neue Ideen und gemeinsame Perspektive entwickeln. Es sind alle Menschen eingeladen, welche nicht zusehen wollen, wie Berlin immer weiter kommerzialisiert wird und sich gemeinsam wehren wollen. Wir wollen ein Berlin von unten!

Berliner Ratschlag 04.-06.April, TU Berlin (Ernst-Reuter-Platz)