Archiv für Mai 2014

Berlin ist unspekulierbar!

GSW und Deutsche Wohnen haben sich verrechnet!

Im Sommer letzten Jahres verkündete die Deutsche Wohnen, das Berliner Immobilienunternehmen GSW zu schlucken, im Sommer 2012 soll die Fusion abgeschlossen sein. Für die betroffenen Mieter_innen bedeutet das höhere Mieten und Verdrängungsdruck. Die Investoren des Immobilienfonds erwarten große Profite.

Um welche Größenordnungen geht es?

Von 2011 bis 2013 hat die Deutsche Wohnen ihren Gewinn verdreifacht.
Die GSW kann fast 14% jährliche Mietsteigerungen und eine Steigerung des Jahresgewinns um 12% verzeichnen.
Mit der Fusion ist die Deutsche Wohnen nun die zweitgrößte Immobilienbesitzerin in Deutschland.
Zusammen gehören GSW und Deutschen Wohnen nun knapp 110.000 Wohnungen allein in Berlin.

Was die GSW-Mieter_innen erwartet, lässt sich erahnen, wenn man einen Blick in die DW-Wohnungen in der Onkel-Tom-Siedlung in Zehlendorf mit ständigen Mieterhöhungen oder nach Lichtenberg wirft, wo 20 Millionen Euro zur Modernisierung in die Hand genommen werden – die sich selbstverständlich lohnen sollen! Der GSW gehören auch etwa 1000 Wohnungen am Kotti, wo Sozialmieter_innen seit zwei Jahren im Dauerprotest gegen die unbezahlbaren Mieten sind. Auch mehrere Hundert vormals bezirkseigene Wohnungen, die der GSW geschenkt wurden und für die besondere Sozialklauseln galten, für deren Offenlegung und Einhaltung die betroffenen Mieter_innen seit Jahren kämpfen, sind Teil der Verhandlungsmasse.

Noch Ende der 1990er waren die meisten Berliner_innen, die jetzt den Profitinteressen der Anteilseigner von GSW/DW ausgesetzt sind, in landeseigenen Wohnungen zu Hause. Dann privatisierte der Berliner Senat erst die Gehag und 2004 die GSW. Mittlerweile gehören beide der Deutschen Wohnen, was für die Mieter_innen die vorerst letzte Station vom Landeseigentum in die internationalen Finanzmärkte darstellt. Seit der Immobilien- und Finanzkrise suchen Investoren weltweit nach neuen, sicheren Anlagemöglichkeiten, die auch weiterhin hohe Profite versprechen. In den Berliner Wohnungsmarkt stecken sie große Hoffnungen. Doch Berlin ist für Investoren kein sicheres Plaster!
Im Rahmen der europaweiten Blockupy-Aktionstage gegen eine neoliberale Krisenpolitik auf Kosten der Einkommensschwachen (15-25. Mai) werden wir der GSW einen Besuch abstatten und sie daran erinnern, wer ihr größter Risikofaktor ist: Organisierte Mieter_innen, die sich nicht einfach verdrängen lassen. Die den Aktionär_innen der DW versprochene Aussicht auf „Mietsteigerungspotentiale” von 20% und mehr geht nicht auf.

Denn wir, Berliner_innen die für ihr Recht auf Stadt kämpfen, sind unbezahlbar.

Kundgebung // 15. Mai 2014 // 17 Uhr // GSW-Zentrale (Rudi-Dutschke-Straße 22)

Gegen den Ausbau der A100, Zerstörung von Wohnraum und Mieterhöhung

Kommt zu den von der Stadtautobahn A100 bedrohten Häusern in der Beermannstraße und bringt gerne Getränke, Essen, Klappstühle oder euer Bett mit, damit wir es mal so richtig gemütlich haben und uns in behaglicher Atmosphäre austauschen können.

Wir freuen uns alle sehr auf Euer Kommen!

Sonntag 11.5.14 um 14 Uhr, Beermannstraße 22 in Berlin-Treptow

Geladen ist Frau Richter von der Senatsverwaltung: Sie wird uns erklären, warum sie die Mieter*innen so schnell wie möglich aus den Häusern ekeln will.
Geladen ist Bauschlapprat Hölmer und Würgermeister Wowereit: Sie werden uns erklären, warum die SPD wählbar ist, auch wenn diese Ihr Lebensumfeld wegplaniert.
Geladen ist auch Herr Asphalt von der Firma “Die Betonierer”, der aufopferungsvoll am autogerechten Berlin arbeitet.
Die geladenen Gäste werden eindrucksvoll widerlegen, dass die Mieten durch den Bau einer Stadtautobahn steigen werden, wie in anderen Städten schon geschehen. Und Ihnen, als gekündigte Mieter*innen, werden sie versichern, dass Sie auch weiterhhin wohlbehütet und sorglos schlafen können, auch wenn Ihnen keine vergleichbare Wohnung zu bezahlbaren Konditionen angeboten wird. Und natürlich werden sie Ihnen einimpfen, dass Widerstand zwecklos ist und Sie sich auf keinen Fall, auf gar keinen Fall, mit anderen Mieter*innen zusammentun dürfen.

Aktionsbündnis A100 stoppen!, Karla Pappel gegen Mieterhöhung & Verdrängung, Robin Wood, Mediaspree versenken!, die Mieter*inneninitiative Fanny-Zobel / Martin-Hoffmannstraße und selbstverständlich die Bewohner*innen der Beermannstraße