Archiv für Oktober 2014

Aktion bei Müller : A100 Befürworter, Tempelhofbebauer, SPD-Chef, Vernichter billigen Wohnungraumes

Wir freuen uns Euch von einer Aktion berichten zu können. Gefordert wurde ein sofortiger Stopp der Zerstörung der Kleingartenanlagen und der Wohnhäuser Beermannstrasse 22-16. Gefordert wurde auch die Rücknahme der Strafanträge der Behörde von Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller wegen der A100 Besetzung vor einem Jahr! Die Entscheidung zur Strafanzeige, so ergab eindeutig ein Gespräch mit Herrn Huhn von der Verwaltung Müllers ist von der politischen Leitung gewollt.
Auch Frau Richter hatte Besuch. Sie ist diejenige, die den Druck auf die Gartenpächter und Bewohner der Häuser ausübt. Dort haben Aktivist*innen Zettel hinterlassen. Auch sie handelt im Auftrag der politischen Leitung, sprich Senator für StadtAbwicklung und Verdrängung : Müller. Vielleicht hat auch sie nun schlechte Nächte… Denn der Druck lastet schwer auf den Leuten, denen bedeutet wird, dass sie einen Dreck wert sind für die Behörde. Man hat mit einem Pharagrafen sogar die Absicht das Mietrecht außer Kraft zusetzen um die Leute aus den Häusern zu bekommen. Die “Vorzeitige Besitzeinweisung” wird zum Beispiel beim Bau von Atomkraftwerken in Stellung gebracht um unwillige Bauern zu enteignen. Diese Schweinerei ist stadtweit zu skandalisieren! Müller ist nur ein anderer Wowereit! Allen, die um Ihren Lebensraum kämpfen: Niemand ist alleine! Wir bleiben alle!

Blumenladen Ali Baba’s soll verschwinden

Der Blumenladen Ali Baba’s in der Falkensser Chaussee 239 soll am Freitag, d. 17.10. von der Reichelt-Gruppe geräumt werden. Das Bündnis „Zwangsräumung verhindern“ hat daher folgenden Aufruf veröffentlicht:

Zehn Gründe, am Freitag nach Spandau zu fahren:

1. Weil ein lebendiger Kiez Orte benötigt, an denen sich AnwohnerInnen begegnen können und Alibabas Blumenladen ein solcher Treffpunkt ist.
2. Weil eine in 20 Jahren aufgebaute Existenz vernichtet werden soll – ohne Rücksicht auf die Familie Mahmoud und deren langjährige Mitarbeiter.
3. Weil Monopolisierung dazu führt, dass gewachsene und im Kiez verankerte Strukturen verschwinden und das Stadtbild überall gleich aussieht.
4. Weil Verdrängung nicht am S-Bahnring aufhört und die Situation auch am Stadtrand immer prekärer wird. (mehr…)

Verdrängung stoppen

Vom 9. bis 29. Oktober finden die Aktionsphase “Verdrängung stoppen” des Berliner Ratschlag statt. Es wird Kiezspaziergänge, Demonstrationen, Videokundgebungen, Veranstaltungen und viele weitere Aktivitäten geben.
Die stadtpolitischen Kämpfe in Berlin sind vielfältig, laufen aber oft neben einander her. Dabei hängen die verschiedenen Auseinandersetzung um steigende Mieten, Verdrängung und die Umgestaltung unserer Stadt eng zusammen. Mit unserer Aktionsphase im Oktober wollen wir gemeinsam besser sichtbar werden. Wir werden zeigen, dass unsere Kämpfe für eine Stadt von unten zusammenhängen. Wir wollen uns gegenseitig stärken, gemeinsam Perspektiven diskutieren und mit den Menschen in unserer Nachbarschaft ins Gespräch kommen.

Die bisher bekannten Veranstaltungen und Aktionen sind auf Terminseite gelistet.

Verdrängung hat viele Gesichter

Dass eine Aufwertung von Stadtteilen mit einer Verdrängung der armen Bevölkerung einhergeht, pfeifen mittlerweile die Spatzen von den Dächern. In dem Viertel Alt-Treptow sind es nicht die großen Immobiliengesellschaften, sondern ArchitektInnen, die Grundstücke für den Bau von hochpreisigen Eigentumswohnungen erwerben, um sich ihre Leistungen vergolden zu lassen. Die hierfür benötigten InteressentInnen an diesem Geschäftsmodell nennen sich „Baugruppen“. In dem in der Nähe des Treptower Parks und der Spree gelegenen Viertel handelt es sich um meist um Angehörige der „alternativen Mittelschicht“ aus dem benachbarten Bezirk Kreuzberg, die Wohnungen zum Preis von mehr als 2.000 EUR/m² planen und bauen. Doch was passiert mit den Menschen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, die mit einer geringen Rente oder den Geldern vom Sozialamt und JobCenter jeden Tag und jeden Monat um ihre Existenz kämpfen ?

Der Film „Verdrängung hat viele Gesichter“ gibt diesen Menschen ihren Raum. In ihren Äußerungen im Alltag und den Auseinandersetzungen bei der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und und Land, den Kiezspaziergängen und den Besuchen bei Architekten, Baugruppen und „Kreativbüros“ wird sichtbar, was dieser sperrige Begriff „Gentrifizierung“ überhaupt bedeutet. Aber auch die die ProtagonistInnen der Baugruppen und ProjektentwicklerInnen erhalten die Möglichkeit, Ihre Sichtweise zu schildern. Es ist diesem Film anzusehen, dass es sich nicht um das Produkt einer kurzweiligen Reportage, sondern das Ergebnis einer mittlerweile fünfjährigen Auseinandersetzung handelt. Es gibt keine uns bekannte Dokumentation, die sich in so konsequenter Weise, manchmal ironisch oder humorvoll, an der Eigentums- und sozialen Frage orientiert. Er stellt letztendlich die Frage, in welcher Stadt oder welchem Land wir leben wollen.

Premiere am 09.10.2014, 18:30 Uhr im Moviemento, Kottbusser Damm 22 (Karten vorbestellen) Weitere Ankündigungen unter Termine oder auf der Webseite