Genossenschaftmitglieder der WBV-Neukölln verweigern den Rausschmiss

In der Chronik verweist der Wohnungsbauverein Neukölln, eine vor mehr als 100 Jahren von einem Verein kritischer Lehrer*innen gegründete Genossenschaft, noch stolz auf die Geschichte. Heute nötigt sie die Mieter*innen zum Auszug, um die in den 60er Jahren erbauten Gebäude am ehemaligen Mauerstreifen in der Heidelberger Straße in Neukölln abzureißen und an der Stelle einen hochpreisigen Neubau zu errichten. Hierzu hat uns folgende Erklärung der im Hause wohnenden Mieterinnen und Mieter erreicht:

Wir, die Genoss*innen des Wohnungsbau-Verein Neukölln e.G. (WBV Neukölln eingetragene Genossenschaft) Heidelbergerstr. 15-18 (12059 Berlin), haben weder dem Auszug aus unseren Wohnungen noch dem Abriss der Häuser zugestimmt, in denen wir wohnen. Nur über Dritte und Gerüchte haben wir davon erfahren, dass unser Wohnhaus abgerissen und teuer neu gebaut werden soll. Uns wird in den neuen Wohnungen kein bezahlbarere Wohnraum mehr zur Verfügung stehen. Darum hat der Vorstand beschlossen, uns mit subtilen Tricks und Druck zum Auszug zu bewegen.

Wir erklären:

Es hat keine Mitglieder- bzw. Vertreterversammlung gegeben, wo über die Sache seitens des Vorstands informiert bzw. diskutiert wurde.
Wir erklären hiermit, dass wir nicht ausziehen werden.
Wir fordern stattdessen umgehend den WBV auf die Entmietung zu stoppen und die Wiedervermietung in die Wege zu leiten.
Wir gehen davon aus, dass der Vorstand der WBV satzungsgemäß dem Interesse der Genoss*innen verpflichtet ist. Dieses Interesse besteht im Erhalt bezahlbaren Wohnraums sowie darin, Menschen das Wohnen im sozialen Umfeld zu gewährleisten, in dem wir hier zum Teil seit mehreren Jahrzehnten wohnen.
Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren und werden alle in der Heidelbergerstr 15-18 wohnen bleiben.

Knapp zwanzig Genoss*innen der Häuser Heidelberger Str. 15-18