Archiv für August 2015

Abriss in der Wilhelmstraße

Es hat sich längst herumgesprochen: Das Wohnhaus Wilhelmstrasse 56 – 59 und in der Folge das ganze Viertel mit fast 1000 Wohnungen, fünf Minuten vom Brandenburger Tor weg, soll platt gemacht werden. Seit Jahren kämpft die gemeinnützige Bürgerinitiative Wilhelmstrasse e. V. gegen den geplanten Abriss. Hier sollen in Zukunft Residenzen für Reiche entstehen. Seit einem halben Jahr sind die Bewohner der Wilhelmstrasse 56 – 59 schlimmen Schikanen und Vertreibungsversuchen der Entmietungsfirma Wilhelmstr. 56 – 56 ImmobilienentwicklungsGmbH, die offensichtlich mit einer österreichischen Luxusimmobliengesellschaft, einem Familienunternehmenm Obholzer aus Kufstein / Tirol liiert sind, ausgesetzt. Kürzlich ließ die ImmobilienentwicklungsGmbH sogar illegal eine Wohnung räumen ohne Gerichtsbeschluss. Dagegen wurde eine einstweilige Verfügung vom Amtsgericht erlassen.
Vor drei Jahren wurden die Mieter der Wilhelmstrasse 56–59 in einem Brief vom Berliner Senat (nicht etwa vom Eigentümer!) über den geplanten Abriss und ein eingeleitetes Sozialplanverfahren unterrichtet. Dieser Sozialplan war nachweislich rechtswidrig, denn die Mieter haben Verträge, die sie vor Entmietung wegen Luxusbauvorhaben schützen. Der Senat unterstützte also mit diesem Sozialplan die sinnlose Entmietung.
Vor gut einem halben Jahr hat der Besitzer des Hauses Wilhelmstrasse 56 – 59 gewechselt. Seit Januar werden die Mieter am laufenden Band direkt oder indirekt zum Auszug genötigt und unter Druck gesetzt. Ende April ließ die Entmietungsfirma angeheuerte Arbeiter damit beginnen, die Wandkacheln an der Außenwand des Erdgeschosses und die dahinterliegende Dämmung zu entfernen. Angeblich zum Schutz der Mieter, da ein paar der Kacheln lose gewesen seien. Wären Kacheln lose gewesen, hätten die Eigentümer die Baufirma beauftragt, diese zu ersetzen oder eine Modernisierung in Auftrag gegeben. Dem war nicht so. Der Mieterinititative liegt der Bauauftrag vor, der lediglich Rückbaumaßnahmen beinhaltet. Die ganze Aktion sollte den Mietern suggerieren: hier wird mit dem Abriss begonnen. Die ImmobilienentwicklungsGmbH hatte den Mietern wohl Bauarbeiten angekündigt. Aber die brieflichen Nachfragen mehrerer Mieter (per Einschreiben), was denn die Baumassnahmen zur angeblichen „Gefahrenabwehr“ zu bedeuten hätten, wurden von der Firma nicht beantwortet. Stattdessen wurde mit dem willkürlichen Abriss der Fassade begonnen. (mehr…)