Archiv der Kategorie 'Berichte'

Gedenken an Rosemarie Fliess

Heute vormittag ist Rosemarie Fliess begraben worden. Die Trauerfeier war gezeichnet von tief bewegenden Reden in ihrem Gedenken und von Liedern und literarischen Zitaten, die sie sich selbst einmal ausgesucht hatte. Ein paar Ausschnitte der Feier können auf Youtube angeschaut werden.

Rosemarie Fliess starb am 11. April, zwei Tage nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung, in einer Notunterkunft für Obdachlose. Der Verlust ihrer Wohnung hatte sie umgebracht.

Rosemarie kann nun auf dem Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde besucht werden. Ihr Grab ist nahe dem Eingang Zossener Straße, in dem Bereich des Friedhofs, der der Heilig-Kreuz-Kirche am nächsten ist.

Spanien: Krise, Wohnen, Widerstand – zum Nachhören

Die Veranstaltung „Spanien – die Häuser den Banken?“ vom letzten Donnerstag kann jetzt als Audioaufnahme nachgehört werden. Außerdem sind die Videoclips, die auf der Veranstaltung gezeigt wurden, mit deutschen Untertiteln abrufbar.

Es geht darum, wieviele Menschen im Zuge der Krise ihr Dach überm Kopf verloren haben, zwangsgeräumt wurden, und am Ende stehen die mit Staatsgeldern geretteten Banken mit den geräumten, leer stehenden Häusern da, ein riesiger Immobilienbesitz, und die die durch die Krise alles verloren haben, ihre Arbeit, ihre Wohnung, ihre Ersparnisse, nun obdachlos mit einem riesigen Berg Schulden, den sie ihr Leben lang nicht mehr abtragen können. Dabei waren es die Banken, die die betrügerischen Hypothekenverträge diktiert hatten…

Gegen all dies wehren sich viele Betroffene, sind zu einer Bewegung zusammengekommen. Es gibt viele Demonstrationen, Zwangsräumungen werden blockiert und verhindert, leere Wohnungen durch obdachlose Familien besetzt, ein neues solidarisches Leben unter den Betroffenen der Krise geübt.

Die nächste Veranstaltung in der Reihe „Wohnen in der Krise – Neoliberalismus, Kämpfe, Perspektiven“ wird sich um Griechenland drehen:

23. Mai 2013: Griechenland – Krise frisst Wohnen

19 Uhr Sonnenallee 101, Neukölln

Die herrschende Krisenbewältigungspolitik von Troika und europäischen Eliten führt zur umfassenden Verarmung großer Teile der griechischen Bevölkerung. Letzte Ansätze einer sozialen Wohnraumversorgung wurden abgeschafft. Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen werden immer häufiger. Besonders steigende Steuern machen Kleineigentümern zu schaffen, deren Anzahl die der Mieter weit übersteigt. Dagegen entstehen Bündnisse und Forderungen nach einem Recht auf Wohnen werden lauter. Dimitra Siatitsa aus Athen berichtet.

Keine Zwangsräumung in der Hermannstr. 208?

Wie das Bündnis ‚Zwangsräumung verhindern‘ und die Stadtteilgruppe 44 heute mitteilten, hat die städtische Wohnungsgesellschaft ‚Stadt und Land‘ mündlich in Aussicht gestellt, die für den 29. April angekündigte Zwangsräumung in der Hermannstraße 208 auszusetzen und für die betroffene Familie eine kleinere, Hartz-IV-kompatible Wohnung im eigenen Bestand zu suchen.

Da das Bündnis an anderer Stelle bereits schlechte Erfahrungen mit nicht eingehaltenen mündlichen Zusagen städtischer Wohnungsunternehmen gemacht hat, will es den Aufruf zur Zwangsräumungs-Blockade am 29. April erst zurückziehen, wenn von Stadt und Land eine schriftliche Bestätigung der mündlichen Zusage vorliegt. Die Stadtteilgruppe lädt auch weiterhin zu einer Versammlung der Stadt-und-Land-Mieter/innen am 24. April ein.

Weiter Informationen in der Pressemitteilung des Bündnisses und in einem Bericht der Stadtteilgruppe.

Update: Die Zeichen verdichten sich, dass Stadt und Land die Zwangsräumung am 29. April in der Hermannstraße 208 tatsächlich abgesagt hat. Das Bündnis ‚Zwangsräumung verhindern‘ hat den Termin nun auf der Termine-Seite durchgestrichen. Der Tagesspiegel berichtet von der Absage.

Mietenstopp-Radio mit Thema Zwangsräumung nachhören

Die gestrige Folge der Sendung „Wir holen uns den Kiez zurück“ vom Studio Ansage bei 88,4 MHz ist jetzt im Netz nachörbar. Das Interview mit Ali und Ringo vom Bündnis ‚Zwangsräumung verhindern!‘, bei dem wir uns auch länger über Rosemarie Fliess unterhalten haben, beginnt bei 18min. – davor gibt es allerhand Hinweise zu Nazis am 1. Mai, Silvio-Meier-Straße, von der Friedrichshainer Bezirksgruppe der Berliner MieterGemeinschaft und einem geplanten Kiezspaziergang in Friedrichshain.

Gewobag setzt Zwangsräumung in Charlottenburg nach Intervention des Bündnisses aus!

Aktuelle Meldung vom Bündnis ‚Zwangsräumung verhindern‘:

Räumung und Blockade für Donnerstag, 18. April um 9:45 Uhr in der
Hofackerzeile 2a in Charlottenburg-Nord ausgesetzt!

Um 11 Uhr heute morgen kamen Mohamed S., 5 Aktivist_innen, 2 Kameraleute und ein Fotograf am Bottroper Weg 2 bei der Gewobag an. Die Polizei war bereits mit einem Großaufgebot mit einem Dutzend Einsatzfahrzeugen vor Ort. Die Gewobag war mit Geschäftsführer Hendrik Jellema, Pressesprecherin und 2 weiteren Mitarbeitern vor dem Haus, um das Bündnis ‚Zwangsräumung verhindern‘ zu empfangen.
Nach einem kurzen Gespräch setzte der Geschäftsführer die Räumung für morgen aus und Gespäche mit Mohamed S. an, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.

Update: Video-Dokumentation des Gesprächs mit dem Gewobag-Geschäftsführer heute morgen
Update 2: Pressemitteilung des Bündnis ‚Zwangsräumung verhindern‘