Archiv der Kategorie 'Hintergrund'

„The eviction of seniors kills them.“

Das Zitat stammt aus einem sehr empfehlenswerten Film: „Boom – The Sound of Eviction“, von dem leider keine deutsche Übersetzung vorliegt. Immerhin kann er frei auf Youtube angesehen werden. Es geht um San Francisco in den Jahren des New Economy Booms, rund um das Jahr 2000, sowie um das anschließende Platzen der „Dot.Com-Blase“. Die Folgend es Booms für die Stadt San Francisco und die gesamte Region drumherum waren dramatisch, die Mieten stiegen in astronomische Höhen, Zwangsräumungen waren an der Tagesordnung. Es wurden aber auch viele Initiativen und Stadtteilorganisationen gegründet, die gemeinsam gegen Mietsteigerunegn und Verdrängung aktiv wurden.

Das Thema Zwangsräumungen und die Folgen für Senior/innen wird hier behandelt – dabei geht es vor allem um den Tod von Lola McKay, die im Kampf gegen ihre Zwangsräumung starb:
Boom: the Sound of Eviction pt. 1 of 11
und setzt sich im nächsten Teil in den ersten 2 Minuten fort:
Boom: the Sound of Eviction pt. 2 of 11

Aufgrund der besonders starken Betroffenheit älterer Mieter/innen wurden in San Francisco auch Organisationen wie die Grey Panthers und das Senior Action Network gegen Zwangsräumungen aktiv. Hintergrund ist aber auch das schwache Mietrecht in den USA, das Wohnungskündigungen sehr einfach macht und – je nach Kommune unterschiedlich – grundsätzlich mit sehr kurzen Fristen wie vier, vierzehn oder dreißig Tagen zulässt.

Video Tipp #2: Wohnungsmängel und Mietminderung

Wer kennt das nicht? In der Wohnung geht etwas kaputt, und obwohl es eine im Mietvertrag geregelte Ausstattung ist, kümmern die Vermieter sich nicht, den Schaden in Ordnung zu bringen. Dabei sind sie dafür zuständig, die Wohnung im vertraglich vereinbarten Zustand zu halten.

Ulrike Badewitz, Rechtsanwältin mit den Tätigkeitsschwerpunkten Miet- und Arbeitsrecht, erklärt in diesem Video-Tipp der Berliner MieterGemeinschaft, was Mieter/innen tun sollten, um den Vermietern bei der Instandhaltung der Wohnung auf die Sprünge zu helfen.

Rundgang der Privatisierung…

…durch Kreuzberg, Neukölln, Friedrichshain und Mitte: Die Demonstration „Berlin von unten!“ am 18. September, dem Tag der Abgeordnetenhauswahl, wurde von zwei Berichten zu den zahlreichen Privatisierungsprojekten entlang der Demoroute begleitet.

Teil 1 ab Kotti, durch Graefe- und Reuterkiez, Reichenberger und Wrangelkiez

Teil 2 entlang der Kreuzberger und Friedrichshainer Spreeufer (Mediaspree-Projekte) bis nach Mitte am Engelbecken/Michaelkirchplatz

Wir bleiben alle – Broschüre

Nicht mehr ganz druckfrisch, aber immer noch lesenswert ist die Broschüre der Wir bleiben alle!-Kampagne. Hier wird der stadtpolitische Bogen gespannt zwischen privatisierten Siedlungen, Kiezen in der Aufwertung, gefährdeten alternativen Projekten und der Frage, warum die Mieten eigentlich steigen. Es geht aber genauso um das Was tun?: Neue Kiezinititiven stellen sich vor, stadtpolitische Kampagnen ebenso, und was können Mieter/innen tun, um Mieterhöhungen gemeinsam abzuwehren?
Wir bleiben alle – Broschüre als PDF-Dokument (860 KB)

Aufbrechen.

Wir protestieren, und wir tun noch mehr. Wir handeln, wir müssen handeln. Wenn wir nur protestieren, erlauben wir den Mächtigen, die Tagesordnung zu bestimmen. Wenn wir uns damit bescheiden, gegen die Dinge zu sein, die sie zu tun versuchen, dann verbleiben wir in ihrem Windschatten.
Aufbrechen heißt, dass wir mehr tun, dass wir die Initiative ergreifen, dass wir bestimmen, wohin die Reise geht. Wir verneinen, aber aus unserem Nein erwächst ein Herstellen, ein Anders-Handeln, ein Tun, ein Tätigsein, das nicht vom Geld bestimmt ist, das nicht von den Regeln der Macht bestimmt ist.
Dieses Anders-Handeln erwächst oft aus der Not: der kapitalistische Markt erlaubt uns nicht, zu überleben, wir müssen andere Wege finden, uns am Leben zu erhalten, wir müssen Formen von Solidarität und Zusammenarbeit finden.
Ebenso oft wählen wir das Anders-Tätigsein: wir weigern uns, unser Leben der Herrschaft des Geldes zu überantworten, wir widmen uns solchen Dingen, die wir nötig oder wünschenswert finden. So oder so, wir leben die Welt, die wir schaffen wollen.

(John Holloway: Kapitalismus aufbrechen.)