Archiv der Kategorie 'Termine'

Freitag Zwangs­räu­mung von Wal­de­mar blo­ckie­ren!

Zwangsräumung blockieren
Frei­tag, 4. April 2014, 8:​30 Uhr
Wiss­mann­str. 10, Ber­lin-​Neu­kölln

Am Frei­tag, den 04.​04.​2014, soll Wal­de­mar aus sei­ner Woh­nung ge­räumt wer­den. Er hatte unter der heu­ti­gen ar­beits­markt­po­li­ti­schen Pra­xis zu lei­den. Durch die Sank­ti­ons­pra­xis des Job­cen­ters war es ihm nicht mög­lich die Mie­ten recht­zei­tig zu be­glei­chen. Des­we­gen soll er nun auf die Stra­ße ge­setzt wer­den, ob­wohl er keine Miet­schul­den hat. Das wol­len wir ge­mein­sam ver­hin­dern!

Heute trifft es ihn, mor­gen kann es dich tref­fen!

Be­son­ders Men­schen mit ge­rin­gem Ein­kom­men, Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund und Men­schen, wel­che nicht in die ge­wünsch­te Norm pas­sen, wer­den sys­te­ma­tisch aus der In­nen­stadt ver­drängt. Die Mie­ten stei­gen stän­dig wei­ter und jeden Tag wer­den in Ber­lin 20 Woh­nun­gen ge­walt­sam ge­räumt. Des­we­gen ist es wich­tig, dass wir uns gegen diese Zu­stän­de weh­ren. Das Bünd­nis „Zwangs­räu­mung Ver­hin­dern“ konn­te in den letz­ten Mo­na­ten 15 Räu­mun­gen ab­wen­den. Durch ge­mein­sa­me Be­su­che beim Ver­mie­ter, durch De­mons­tra­tio­nen und Blo­cka­den. Wi­der­stand lohnt sich!

Zwangsräumungen verhindern am 31.3 und 4.4.

Am Mon­tag, den 31. März wird um 9 Uhr in der Jahn­stra­ße 87-89 (Ecke Brit­zer Damm, Nähe S-Bhf Her­mann­stra­ße) eine vier­köp­fi­ge Fa­mi­lie ge­räumt, weil die neuen Be­sit­zer keine neue Kon­to­num­mer an­ge­ge­ben haben. Das Job­Cen­ter hat wei­ter die Miete aufs alte Konto ge­zahlt.

Dazu rufen wir ab 8:​30 Uhr zum Pro­test auf, seid pünkt­lich! Wei­te­re Fa­mi­li­en im sel­ben Haus wer­den in den kom­men­den Wo­chen ge­räumt.

Für Freitag, den 4. April ruft das Bünd­nis Zwangs­räu­mun­gen verhindern zur Blo­cka­de einer Zwangs­räu­mung in der Wiss­mann­stra­ße 10 auf, eben­falls um 8:​30 Uhr. Hier geht es um einen al­lein­ste­hen­den Mie­ter, der wegen drei­ma­li­ger leicht ver­spä­te­ter Miet­zah­lung ge­räumt wird.

Das Haus in der Jahn­stra­ße wur­den im Sep­tem­ber 2013 an die Deut­sche Grund­stücks­ver­wal­tung GmbH ver­kauft. Die neuen Be­sit­zer haben nie eine neue Kon­to­num­mer an­ge­ge­ben und das Job­Cen­ter hat die Miete wei­ter auf das Konto der Vor­be­sit­zer über­wie­sen. Auch die Mie­ter haben keine neue Kon­to­num­mer für die Miet­zah­lun­gen er­hal­ten. Die am Mon­tag be­trof­fe­nen Mie­ter leben seit 40 Jah­ren in Ber­lin und be­reits seit 12 Jah­ren in der Woh­nung. Sie zahl­ten zu­letzt 738 Euro für eine 4-​Zim­mer-​Woh­nung, neu ver­mie­te­te Woh­nun­gen im Haus wer­den für we­sent­lich mehr Geld ver­mie­tet. Der Vater der Fa­mi­lie ar­bei­tet in Teil­zeit im Ein­zel­han­del und die Fa­mi­lie er­hält zu­sätz­li­che Leis­tun­gen vom Job­Cen­ter.
Es ist in­zwi­schen fast ein Rou­ti­ne­fall, dass Mie­te­rIn­nen wegen ver­spä­te­ter Zah­lun­gen von So­zi­al­leis­tun­gen zwangs­ge­räumt wer­den. Der Skan­dal be­steht nicht nur darin, dass die Ge­rich­te dies als recht­mä­ßig be­stä­ti­gen, son­dern auch, dass damit die So­zi­al­be­hör­den und die Ge­rich­te sich aktiv an der Ver­trei­bung von Miet­par­tei­en be­tei­li­gen.

Kommt zu den Zwangs­räu­mun­gen! Mo­bi­li­siert eure Nach­ba­rin­nen und Freun­de!

Zwangs­räu­mung Mo 31.3. // 8:30 // Jahn­stra­ße Ecke Brit­zer Damm (Neu­kölln)
Zwangs­räu­mung Fr 4.4. // 8:30 // Wiss­mann­stra­ße 10 (Neu­kölln)

Samstag Kundgebung gegen Zwangsräumung und Verdrängung

Am Sams­tag, den 8. Fe­bru­ar 2014 um 14 Uhr
Rei­chen­ber­ger Stra­ße 72a und 73, Ber­lin-​Kreuz­berg

8.2.2014 Kundgebung gegen Zwangsräumungen
Es gibt: Musik u.a. mit Ta­pe­te und Laura Guidi, Zei­tungs­thea­ter, Re­de­bei­trä­ge von Zwangs­räu­mung ver­hin­dern und an­de­ren, Be­rich­te von sich weh­ren­den Mie­ter_in­nen; heiße Ge­trän­ke und Ku­chen gegen die Kälte bitte mit­brin­gen!

Immer mehr Mie­ter_in­nen in Ber­lin ver­lie­ren ihre Woh­nun­gen. Ob in Kreuz­berg oder in an­de­ren Stadt­tei­len wie Neu­kölln, Trep­tow, Mar­zahn oder Staa­ken. Men­schen mit Hartz 4 oder nied­ri­gen Ein­kom­men kön­nen ihre Mie­ten nicht mehr be­zah­len. Mie­ter_in­nen mit alten Miet­ver­trä­gen und güns­ti­ger Miete wer­den ge­zielt ver­trie­ben.

In der Rei­chen­ber­ger­ Straße 73 droht der­zeit einer 5-​köp­fi­gen Fa­mi­lie der Ver­lust ihrer Woh­nung. Im sel­ben Haus haben sich in letz­ter Zeit viele Nach­ba­rInn­nen gegen Kündi­gun­gen, fal­sche Be­triebs­kos­ten und Mie­ter­hö­hun­gen weh­ren müssen. Denn die Haus­be­sit­zer­fa­mi­lie BREN­NING möch­te of­fen­sicht­lich auch etwas mit dem ‚Run‘ auf Kreuz­berg ver­die­nen. Was sie zum Bei­spiel mit Mie­ter­hö­hun­gen von bis zu 50% be­reits tun.

Im Nach­bar­haus Rei­chen­ber­ger­ Straße 72a wer­den die Woh­nun­gen in Ei­gen­tums­woh­nun­gen um­ge­wan­delt. Eine 65-​jäh­ri­ge Frau soll­te mit ihrem 23 Jahre alten Sohn ihre Woh­nung ver­las­sen, konn­te sich aber vor dem Land­ge­richt er­folg­reich gegen die Räu­mung weh­ren. Die Rich­te­rin mein­te, sie habe nur Glück ge­habt, da die Kündi­gung sehr feh­ler­haft war. An­de­re Nach­ba­rin­nen und Nach­barn hat­ten nicht so viel Glück und muß­ten aus­zie­hen.

Das sind nur ei­ni­ge der vie­len Ge­schich­ten die Men­schen hier im Rei­che-​Kiez, aber auch in vie­len an­de­ren Be­zir­ken Ber­lins, über Mie­ter­hö­hun­gen und Ver­drän­gung er­zäh­len kön­nen. Es gibt aber eben­so viele Ge­schich­ten von ge­gen­sei­ti­ger So­li­da­ri­tät und Wi­der­stand gegen diese Ent­wick­lung. Es gibt viele, die sagen, das neh­men wir nicht mehr hin – es reicht!

Auch wir neh­men das nicht län­ger hin! Kommt alle und zeigt euch so­li­da­risch mit den be­trof­fe­nen Fa­mi­li­en.

Mittwoch Prozessunterstützung für Kreuzberger Mieterin

Unterstützt eure Nachbarin aus der Manteuffelstraße 89!
Kommt zu ihrem Kün­di­gungs­pro­zess am
Mitt­woch, den 5. Fe­bru­ar um 11:30 Uhr
ins Land­ge­richt in der Lit­ten­stra­ße 12-17 (mitte), Raum 3807!

Für von Zwangs­räu­mung be­trof­fe­ne Mie­te­rIn­nen ist diese So­li­da­ri­tät sehr wich­tig. Die Er­fah­rung zeigt: Rich­te­rIn­nen und An­wäl­tIn­nen ar­bei­ten sorg­fäl­ti­ger und von Zwangs­räu­mung be­droh­te Mie­te­rIn­nen stärkt es den Rü­cken, wenn viele Leute da sind. Und auch die an­we­sen­den Ei­gen­tü­me­rIn­nen sehen, dass ihre Mie­te­rIn­nen nicht al­lein sind und sie nicht alles tun und las­sen kön­nen, was sie wol­len. Denn die Nach­bar­schaft schaut zu und so­li­da­ri­siert sich.

So auch bei Frau W. Sie wohnt seit fast 30 Jah­ren in der Man­teu­f­fel­stra­ße in Kreuz­berg. (mehr…)

Freitag: Stadtteilkämpfe und „Mitmachfalle“

Ob Stuttgart 21 oder Spreeufer-Sonderausschuss, ob Tempelhofer-Feld-Planung oder Bürgerplattform: Sogenannte Bürgerbeteiligung wird heutzutage von oben eingesetzt, um Widerstände zu brechen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Es geht darum, engagierte Bürger/innen in Kleinkram zu verstricken und so die breite Artikulation von grundlegenden Interessensgegensätzen zu verhindern. Was bleibt, ist der medial vermittelte Eindruck, man habe ja „über alles sprechen können“. Über dieses Phänomen hat der Soziologe Thomas Wagner ein Buch geschrieben: „Die Mitmachfalle – Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument“. Er wird am Freitag, den 31. Januar im FAU-Lokal in der Lottumstraße 11 referieren und seine Thesen zur Diskussion stellen, begleitet von Neuköllner Stadtteil-Aktivit_innen: Von der Mit­mach­fal­le bis zur Ver­drän­gung.

Kritische Bürger werden eingeladen, ihre Meinung vorzutragen und Einfluß auf Details zu nehmen, ohne über die maßgeblichen politischen und ökonomischen Bedingungen entscheiden zu dürfen. Auf diese Weise soll die Akzeptanz für das vergrößert werden, was ohnehin geplant ist. Wagner bringt dies so auf den Punkt: »Da einer wachsenden Zahl von Bürgern die pauschale obrigkeitsstaatliche Diffamierung von Protestierenden als Chaoten nicht mehr einleuchten will, werden neue Wege gesucht, um die Profitinteressen privater Unternehmen zu wahren und die Eigentumsverhältnisse zu schützen.« (aus einer Buchbesprechung der jungen Welt)

Freitag, 31. Januar um 19 Uhr
FAU-Lokal, Lottumstraße 11 (Prenzlauer Berg)